Wesel soll weithin strahlen

Veit Veltzkes (rechts) Blick täuscht: Auch er war zufrieden, dass Stadtentwicklungsminister Michael Groschek (Mitte) den Schlüssel fürs Museum an Ulrike Lubek und Hans-Christian Otto übergab. Links im Bild Wesels SPD-Kulturpolitiker und Landtagsmitglied Norbert Meester, Landrat Dr. Ansgar Müller, LVR-Kulturdezernentin Milena Karabaic und Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (von links).
Veit Veltzkes (rechts) Blick täuscht: Auch er war zufrieden, dass Stadtentwicklungsminister Michael Groschek (Mitte) den Schlüssel fürs Museum an Ulrike Lubek und Hans-Christian Otto übergab. Links im Bild Wesels SPD-Kulturpolitiker und Landtagsmitglied Norbert Meester, Landrat Dr. Ansgar Müller, LVR-Kulturdezernentin Milena Karabaic und Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (von links).
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Landschaftsverband ist nach Schlüsselübernahme fürs Preußen-Museum finanziell und inhaltlich verantwortlich. Effekte erwartet.

Wesel..  „Ein glücklicher Tag für alle“ sei das, sagte Veit Veltzke. Und Hans-Christian Otto riet: „Einmal kurz innehalten und sich freuen.“ Am Dienstag erfolgte der Startschuss für die Zukunft des Weseler Museums, das bald ein Niederrhein-Museum sein und vermehrt auch Touristen locken soll. Bevor er am Sonntag den Eselorden in Empfang nimmt, war Minister Michael Groschek zu dem feierlichen Anlass auch gestern schon in Wesel.

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) nahm den Schlüssel entgegen und trägt nun die finanziele und inhaltliche Verantwortung für den Museumsbetrieb. Das ist nicht nur ein formaler Akt, sondern reiht das Haus ein in die nun 15 Museumsstandorte des LVR im Land. Inhaltliche Fachkompetenz, professionelles Marketing sollen dazu beitragen, es zu einem „kulturellen Leuchtturm mit Strahlkraft über die Region hinaus“ zu entwickeln, wie LVR-Landesdirektorin Ulrike Lubek sagte.

Team wird erweitert

Vier Jahre harte Arbeit, um vor allem die komplizierten rechtlichen Voraussetzungen zu klären, hätten sich gelohnt, sagte Otto als Stiftungsratsvorsitzender. Er ist beeindruckt von der Arbeit des Museums-Teams, das mit übernommen wird. Zu den derzeit sechs Festangestellten kommen ein Verwaltungsleiter und ein Controller und ab 2016 ein wissenschaftlicher Volontär hinzu. Dann sei man gut besetzt, so Museumsleiter Veltzke.

Das Land NRW investiert rund 50 Millionen Euro in die beiden Museen in Wesel und Minden. Drei Millionen werden in Wesel für die Behebung von Baumängeln ausgegeben. Wenn das erledigt ist, soll 2016 „richtig groß gefeiert“ werden, kündigte Ulrike Lubek an.

Ab dann wird das Preußen-Museum Schritt für Schritt zu einem Niederrhein-Museum, dessen Name noch nicht feststeht, in dem aber die Geschichte unter Preußen weiter einen Schwerpunkt bilden soll.

„Warum machen wir das?“, fragte Ulrike Lubek vor einigen Gästen, darunter Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Landrat Dr. Ansgar Müller. „Wir wollen es“, war ihre Antwort: Weil der Standort in Wesel ein „richtig guter und starker Museumsstandort“ sei. Auch deshalb, weil Wesel besonders viel an wertvoller Historie zu bieten habe, die mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden solle.

Einer der gesellschaftlichen und politischen Aspekte der Region, die hier ihren Niederschlag finden sollen, könnte „die Internationalität am Niederrhein“ mit Bezug zur Euregio sein. Der Außenbereich ließe sich stärker einbeziehen.

Fachleute und Synergien

Und: „Wir können es“, so Ulrike Lubek – als eine Einrichtung mit insgesamt 17 000 Mitarbeitern und einer zuständigen Sparte mit Fachleuten. Aus der Vernetzung mit den anderen Museen ergäben sich Synergien. Die Effekte sind nicht einseitig, sagt auch Veltzke. Die Vielfalt der LVR-Museen wird durch Wesel zusätzlich erweitert.