Wer zahlt bei einem Unfall auf Glatteis?

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Wesel..  Im Winter kommt es bei Glatteis und rutschigen Straßen vermehrt zu Unfällen. Selbst wer nicht Unfallverursacher ist, wird in der Regel in die Schadensregulierung mit einbezogen – denn den Geschädigten trifft häufig eine Mitschuld. „Jeder Autofahrer muss sich bei Glatteis darauf einstellen, dass sich schon geringste Fahrfehler gravierend auswirken können“, sagt Peter Haschke, der Leiter der TÜV-Station in Wesel. „Bei glatter Straße sollte man daher seine Fahrweise anpassen und notfalls sogar Schritttempo fahren.“

Wenn es trotzdem einmal kracht, zahlt die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers, denn die Regulierung von fremden Schäden wird in der Regel von der Kfz-Haftpflicht übernommen. Dazu gehören sowohl Blech- als auch Personenschäden. Ist der Verursacher nicht zu ermitteln, springt die Voll- oder Teilkaskoversicherung ein.

„Es kann vorkommen, dass Versicherungen aufgrund von unangepasster Fahrweise die Zahlung ablehnen“, weiß Haschke. In solchen Fällen sollte ein Rechtsanwalt kontaktiert und gegebenenfalls auf das Unfallprotokoll der Polizei verwiesen werden. Bei Zweifeln an der Schuldfrage können auch die Experten vom TÜV helfen.

Um Unfälle auf glatter Straße zu vermeiden und den Ärger zu reduzieren, wenn es doch mal scheppert, hat der Experte ein paar nützliche Tipps. „Werden die Straßen plötzlich glatt, sollte man immer genügend Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern halten und hektisches Bremsen vermeiden“, rät Haschke. Auch heftige Lenkbewegungen und starkes Beschleunigen vergrößern die Rutschgefahr. Zudem ist der Bremsweg deutlicher länger als sonst. Wichtig sei aber vor allem, von Oktober bis Ostern mit geeigneten Winterreifen zu fahren.