Wer ist der beste Vorleser?

Sieger ihrer Schulen waren sie schon. Jetzt traten sie zum Kreisentscheid an – mit ein wenig Kribbeln im Bauch.
Sieger ihrer Schulen waren sie schon. Jetzt traten sie zum Kreisentscheid an – mit ein wenig Kribbeln im Bauch.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Vorlesewettbewerb lasen Schüler aus ihren Lieblingsbüchern vor

Wesel..  Wer liest am schönsten, verhaspelt sich am wenigsten und haucht Geschichten wahrhaft Leben ein? Zu den besten Vorlesern an ihren jeweiligen Schulen wurden die neun Kandidaten aus Hünxe, Voerde und Wesel schon gekürt. Nun traten sie beim Kreisentscheid (Wesel Nord) gegeneinander an, um in die nächste Runde des bundesweiten Vorlesewettbewerbs zu kommen, der seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgerichtet wird.

Je einen kurzen Textabschnitt aus ihren Lieblingsbüchern hatten die Sechstklässler für diese Runde vorbereitet. Im Kreis von Eltern, Freunden und vor einer vierköpfigen Jury, wurden diese dann in der Weseler Stadtbücherei vorgetragen.

„Was im Trend liegt, wird vorgelesen“, weiß Kinder- und Jugendbibliothekarin Martina Brodmann. „Vor ein paar Jahren war zum Beispiel Harry Potter total angesagt.“ Und auch beim diesjährigen Wettbewerb dominieren Fantasy-Geschichten. Heute sind es eben „Eragon“ oder „Hexendämmerung“.

In drei Bereichen wird bewertet

Bis zu fünf Punkte konnten die Kandidaten in den drei Bewertungskategorien Textauswahl, Lesetechnik und Interpretation bekommen. Während unter „Lesetechnik“ Tempo und Verhaspler fallen, meint „Interpretation“ die Art wie vorgelesen wird - monoton oder spannend und ob beispielsweise die sprechenden Figuren unterschiedliche Stimmen bekommen.

Neben dem vorbereiteten Text mussten die Kinder auch einen völlig unbekannten Text vorlesen. „Beim Fremdtext zeigt sich dann, was zuhause eingeübt wurde und wer wirklich lesen kann“, erläuterte Jury-Mitglied Yvonne Güldenberg. Dabei wurden natürlich nur Lesetechnik und Interpretation gewertet, da Martina Brodmann den Text vorgegeben hatte: „Die fabelhafte Miss Braitwhristle“ von Sabine Ludwig. „Es sollte altersgemäß sein und gleichzeitig Jungen und Mädchen ansprechen“, begründete sie die Wahl.

Neben Bibliothekarin Yvonne Güldenberg saßen drei Vorlesepaten mit in der Jury: Rainer Schüler, Marianne Löckmann und Michelle Heblick. Sie kommen regelmäßig in die Stadtbücherei um hier Kindergartenkindern vorzulesen. Die meisten Punkte vergaben sie an Noah-Elijah Wegner vom Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel. Auch er hatte eine Fantasy-Geschichte im Gepäck: „Das Haus in dem es schräge Böden, sprechende Tiere und Wachstumspulver gibt“ von Tom Llewellyn.