Wenn’s ums Geld geht...

Hamminkeln..  In der Frage um die mögliche Fusion der Sparkassen Wesel und Dinslaken kündigen die Hamminkelner Ratsfraktionen eine sehr kritische Haltung an. Die Gründe: eine ihrer Meinung nach äußerst dürftige Informationslage und der eng gestrickte Zeitplan, nach dem voraussichtlich bereits im Sommer Vollzug gemeldet werden soll (wir berichteten).

Und tatsächlich: Ab dem 23. Juni sollen die zuständigen Räte der beteiligten Städte Hamminkeln, Wesel, Schermbeck und Hünxe ihr Votum für eine Fusion abgeben.

Sollten sie bis dahin nicht genau erfahren, welche Folgen und Vorteile darin liegen, kündigten die Hamminkelner Fraktionen gestern einhellig an, in der Ratssitzung klar auf Konfrontation zu gehen. Die ist übrigens um einen Tag vom 24. auf Donnerstag, 25. Juni, verschoben worden. Bleiben also noch viereinhalb Wochen, um sich in die komplexe Materie einzuarbeiten. Nun hat Wesels Sparkassen-Vorstandschef Friedrich-Wilhelm Häfemeier die Fraktionen nach NRZ-Informationen zum Informationsgespräch am 10. Juni eingeladen.

Keine Transparenz

Dennoch: Ein äußerst knapper Zeitplan, finden die Fraktionssprecher und -vorsitzenden, die gestern konstatierten, „noch gar nix“ zu wissen und der Vorstellung eine Absage erteilten, die Fusion „einfach nur abzunicken“.

Zunächst müsse man erstens wissen, dass die Fusion beider Sparkassen wirtschaftlich sinnvoll sei, und zweitens, „welchen Mehrwert das für Hamminkeln hat“, sagte etwa Grünen-Fraktionssprecher Johannes Flaswinkel. „Das Ziel muss eine stärkere Einheit sein, die auch nachhaltig Bestand hat.“ All diese Fragen seien aber noch offen, so Flaswinkel weiter, der ebenso irritiert darüber war, dass die Fraktionen in Wesel besser Bescheid zu wissen scheinen. Eine Transparenz sehe er hier nicht.

Auch SPD-Fraktionschef Jörg Adams fühlt sich „ein bisschen vor den Kopf gestoßen“. So habe man in der Sitzung mit der Verwaltung am vergangenen Mittwoch keine genauen Informationen über die Folgen, zum Beispiel zur Haftungsfrage, bekommen. Außerdem bezweifele er, „dass die Zeit jetzt noch reicht, um allen die Zusammenhänge so ausreichend zu erklären, dass man ruhigen Gewissens zustimmen könnte. Wir diskutieren ja nicht über einen gefällten Baum.“ Stattdessen „stochern wir im Nebel“, sagt der Chef der USD-Fraktion im Rat, Helmut Wisniewski. „Ich hätte mir gewünscht, dass man uns eher informiert.“

Genauso wie CDU-Fraktionsvorsitzender Dieter Genterzewsky. Trotz des Informationstermins am 10. Juni. „Das ist knapp“, so Genterzewsky. Man wisse ja nur, „dass da irgendwas im Busch ist“. Mehr nicht. Und wenn er nicht wisse, was auf die Stadt zukomme, werde er nicht dafür stimmen: „Die Beteiligten können sich abschminken, dass wir das einfach abnicken“, sagt der Fraktionschef. „Blanko-Schecks vergeben wir nicht.“