Wellness im Wohnzimmer

Schermbeck..  Weselerwald, 25 Grad, die Aprilsonne brennt. Ein Pool wäre jetzt toll. Der muss allerdings noch gebaut werden. Wenn alles nach Plan verläuft, dann werden die Gäste im November im Landhotel Voshövel abtauchen können: Drinnen und draußen im beheizten Außenschwimmbad, das das i-Tüpfelchen der großen Hotelerweiterung werden soll. 27 neue Wellnesszimmer, drei Hochzeitssuiten, zwei Juniorsuiten, zwei Chalet-Suiten mit eigener Sauna, neuer Spa-Bereich mit Ruheräumen im Wohnzimmer-Ambiente – gestern legte Familie Klump den Grundstein für das große Erweiterungsprojekt, das den Titel „Livingroom Spa, Landstil trifft Lifestyle“ trägt.

„Eigentlich mögen wir das mit den Anglizismen ja gar nicht so“, sagte Junior und Chef Christoph Klump beim ersten offiziellen Termin mit vielen Gästen an der Hotel-Baustelle. „Aber dieser englische Begriff trifft es einfach am besten.“ Was der Schermbecker Hoteliersfamilie bei der Planung vorschwebte, das hatten die Gäste gestern eindrucksvoll vor Augen. An einem der beiden Baukräne hing ein rotes Sofa in der Luft - als Symbol für das Wohnzimmer-Flair, das hier im neuen Wellness-Bereich geschaffen werden soll.

Acht Millionen Euro investieren die Klumps in ihr Landhotel. Ein einschneidendes Erlebnis, das sie als Familie gemeinsam stemmen. Ein spannendes Mehrgenerationenprojekt: Da die Eltern Werner und Carmen einen ganz anderen Geschmack haben als ihre Kinder Christoph und Katharina, dürfen sich die Gäste beim Design auf eine interessante Vielfalt freuen. Das wird besonders deutlich bei den drei verschiedenen Bereichen der Spa-Landschaft.

„Meine Eltern haben Chesterfield-Möbel und Bücherschrank ausgesucht, mein Bruder und ich gestalten einen hipperen Bereich und eine Variante mit Hängesesseln“, sagt Katharina Klump. Auffällige Retro-Badekappen soll es geben. Und besondere Bademäntel: Geplant sind weich fallende Kimonos.

„Beim Design wollen wir gerne abgehoben sein“, sagt der Chef. „Aber ansonsten bleiben wir ein Hotel für alle. Wir sind nicht Etepetete und wollen auch keinen fünften Stern.“

Neben dem Schermbecker Architekten Johannes Brilo führt das österreichische Planungsbüro Thurner bei der Erweiterung Regie. „Bei meinem ersten Besuch hier war ich ganz überrascht, dass es so nah am Ruhrgebiet gar keine Fabriken gibt“, sagte Thurner gestern und zeigte, wie sehr sich Klischees doch halten können. „So eine wunderbare Umgebung ist das hier“, lobte der Österreicher die Lage des Landhotels. Fehlt nur noch der Swimmingpool.