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Weitgehend Heidefrieden

19.03.2009 | 19:31 Uhr

Zum Wegnutzungskonzept gab es in Dingden zustimmung. Nur Hundehalter sprachen von Diskriminierung.

Naturschutz kontra Landwirtschaft? Nein. Zumindest die beiden Interessengruppen unterschreiben den freiwilligen Konsens bei der Wegenutzung der Dingdener Heide. Dieses Verkehrslenkungskonzept wurde am Mittwochabend während einer von Bürgermeister Holger Schlierf moderierten Informationsveranstaltung der Stadt Hamminkeln im Saal der Dingdener Gaststätte Hoffmann vorgestellt. Unzufrieden unter den rund 130 Anwesenden waren vor allem einige Hundehalter.

Die insgesamt 53 Kilometer Weg der Dingdener Heide sollen, so Klaus Kretschmer von der Biologischen Station im Kreis Wesel, folgendermaßen genutzt werden dürfen: 28 Kilometer bleiben für Kraftfahrzeuge frei, 20 Kilometer stehen Fußgängern und Fahrradfahrern zur Verfügung. 2,5 Kilometer werden zeitweise, 2,9 Kilometer ganz gesperrt. „Knackpunkt” sind 13 Kilometer, die nur ohne Hunde erlaubt sein sollen.

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Politik entscheidet

„Sie können Ihre Beschwerden weiterhin in den Prozess einbringen”, versprach Bürgermeister Holger Schlierf den Anwohnern. Der Konsens wird später im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Rat der Stadt entschieden. Am Ende stand ein freiwilliger Konsens, von dem vor allem die Bürger noch überzeugt werden müssen.

Geplant sind zudem vier zusätzliche kleine Parkplätze und Ausweichbuchten, da oft (parkende) Autos große landwirtschaftliche Maschinen behindern. Gesperrte Wege werden mit Schranken versehen.

Das Verkehrslenkungskonzept, welches in fünf Jahren erarbeitet wurde, schien zumindest in seinen Grundzügen nicht in Frage gestellt zu werden, auch wenn Anwohner ihrem Ärger Luft machten. „Wir wurden vorher nicht informiert”, hieß es. Einige empfanden die Hundeverbotszonen als „unverhältnismäßig und diskriminierend”. Bürger fühlten sich um ihren Familienspaziergang mit angeleintem Hund betrogen.

Kretschmer erklärte, dass Hunde vor allem am Boden, in Hecken und am Ufer brütende Vögel aufschrecken und in ihrem Brutverhalten stören würden. Ganz abgesehen von Virbeinern, die Schafe und Wild reißen. Bei den Vögeln handelt es sich um europäisch selten gewordene Arten wie den Großen Brachvogel, die Uferschnepfe oder den Pirol. „Ein Alleinstellungsmerkmal, das der Heide und Dingden jährlich 5000 Besucher einbringt”, wies NABU-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck auf einen wirtschaftlichen Aspekt hin.

„Maßgeblich für die Nutzungsbestimmung der Wege ist der Landschaftsplan”, warf Ratsmitglied Wilfried Fenske (SPD) ein. Und der sieht Sperrungen für Hunde eben nicht vor.

Den Konsens annehmen wollen die Landwirte – vor allem, um Schlimmeres zu verhindern. Beispielsweise wenn die Dingdener Heide Vogelschutzgebiet würde, oder unter die europäische FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat) fällt. Dann wären die Auflagen strenger, und die Landwirte müssten noch mehr um ihre Äcker bangen. „Ich brauche zumindest für einige Jahre Planungssicherheit”, forderte ein Jungbauer.

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