Weiter intensive Suche nach Wohnraum

Wesel..  Auf 315 ist die Anzahl der Flüchtlinge in Wesel angewachsen. Seit der vergangenen Woche sind elf weitere hinzugekommen - aus Serbien, dem Kosovo, Afghanistan. Viele kommen auch aus Syrien. Die Bemühungen zur Unterbringung seien hilfreich, sagt Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Im Rathaus wurde dafür das Personal aufgestockt, das Wohnungsanzeigen durchforstet und die Anbieter kontaktiert. Auch der Appell der Evangelischen Kirche, Wohnungen zur Verfügung zu stellen, trage Früchte. Aber: „Wir brauchen noch mehr Wohnraum.“ Die Stadt zahlt Miete und Renovierungskosten.

„Eine weitere Großunterkunft ist nicht unser Ziel“, sagte Westkamp 25 Anwohnerinnen und Anwohner aus dem unmittelbaren Umfeld des Gebäudes der früheren Landwirtschaftsschule an der Stralsunder Straße, die sie gestern besuchten. Genau das befürchten sie für den derzeit kaum genutzten Komplex. Mit dessen Eigentümer, dem Kreis Wesel, kommt die Stadtverwaltung am Montag zusammen. Am Dienstag soll bei einem Ortstermin erkundet werden, ob das Gebäude für eine Unterbringung Asylsuchender geeignet ist. Sollte das so sein, die Stadt nötige Investitionen in den Bau für machbar halten und eine weitere Unterbringung in Wohnungen nicht mehr möglich sein, könnte hier notgedrungen doch eine Unterkunft entstehen, die nicht nur als kurzfristige Notlösung dienen würde, wie im NRZ-Gespräch mit Westkamp deutlich wurde. Andere Objekte würden nicht begutachtet, sagte sie.

Die Hilfsbereitschaft sei „recht groß“. Sie habe die Thematik vor Senioren in Ginderich angesprochen, und die hätten „mehrere Autoladungen“ an Kleidung und Ausstattungsgegenständen für die Flüchtlinge gesammelt. Weitere Spenden sind sehr willkommen. Die Stadt arbeitet eng mit der Flüchtlingshilfe zusammen und hat zwei Räume für die Lagerung zur Verfügung gestellt. Kontakt: Marlies Hillefeld, 0281/53446.