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Karneval

Warten auf die Schattensteuer

12.02.2012 | 17:26 Uhr
Warten auf die Schattensteuer
Tolle Stimmung herrschte bei der Prunksitzung der Kolpingsfamilie in der Niederrheinhalle. Foto: Gerd Hermann , WAZ FotoPool

Wesel.Bei der großen Prunksitzung des Elferrates der Kolpingsfamilie wurde Wesel zur würdigen Stimmungsaußenstelle von Köln.

Aus einem karnevalistischen Vorort von Wesel sei er angereist, sagte Julius Müller, wohnhaft in Köln. Das närrische Volk bei der großen Prunksitzung des Elferrates der Kolpingsfamilie nahm die Schmeichelei wohlwollend auf. Und die Indianer, Maikäfer und Hawaiihemdenträger gaben in der Niederrheinhalle ihr Bestes, um aus Müllers Übertreibung Realität werden zu lassen. Textsicher begleitete das Publikum den Gast aus der Karnevalshauptstadt durch die jüngere Musikgeschichte. Bei Rex Gildo, Udo Jürgens und Wolfgang Petri tobte der Saal mit seinen Narren – die Gesangsshow wurde zu einem der Höhepunkte der Kolpingssitzung im 65. Jahr nach Gründung des Elferrates.

Heintje kämpft mit Wackelkontakten

Als Julius Müller stimmgewaltig die rund 580 Karnevalisten zum Tanzen brachte, konnte der Kölner sich auf die Vorarbeit seiner Kollegen verlassen. Felix Gaudo war einer der ersten, der das Lachen auf die Gesichter zauberte. Als Heintje kämpfte er mit Wackelkontakten und Batterieschwäche seines Kassettenrekorders – der resultierende „Mama-Remix“ heizte umso mehr ein. Dem Comedian ging auch Christina aus dem Publikum auf den Leim, die als Klopapier-Halterin die „längste Serviette der Welt“ trug.

Mit Wortwitz blickte auch Büttenredner Christoph Brincks auf Wesel. Der Bezirks-Schornsteinfegermeister hat nun mal von den Dächern eine gute Aussicht auf die Stadt, die nach der Luftsteuer bald auch eine Schattensteuer erheben könnte. Brincks zumindest sah es schon vor seinem geistigen Auge, wie „Politessen Lange und Vollschlanke abkassieren“. Das Planfestellungsverfahren der Südumgehung könne zudem nur von der Entdeckung einer seltenen Fledermausart gestoppt werden. Der Schornsteinfeger macht sich bereits auf die Suche.

Zu den Eigengewächsen der Kolpingsfamilie zählen die Enkel der Gründer. Sie tanzten als „3rd Generation“ zu Dirty Dancing-Klängen. Die Narren bereiteten dem Prinzenpaar Ludger I. und Elke I. einen großen Empfang. Der Auftritt der beiden Komitee-Mitglieder wurde zum umjubelten Heimspiel und Wesel zur würdigen Stimmungsaußenstelle von Köln.

Stefanie Hain

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