Warten auf Bezirksregierung

Hamminkeln/Schermbeck..  An der Dämmerwalder Straße in Weselerwald in Schermbeck kann zurzeit ein für diese ländliche Idylle ungewöhnliches Schauspiel beobachtet werden. Riesige, bis zu 80 Meter hohe Stahlkolosse wachsen hier in den Himmel. Sie gehören zu den insgesamt 28 Masten, die für die neue Höchstspannungsleitung zwischen Lackhausen und Bredenwinkel an der Grenze zum Kreis Borken gebaut werden.

Die rund 11,4 Kilometer lange und rund 13 Millionen teure Trasse ist ein Teilabschnitt der insgesamt 150 Kilometer langen Höchstspannungsfreileitung, die über Borken und Lingen nach Meppen führt. Bis zum Jahr 2020 soll diese Leitung fertig gebaut sein und in Betrieb gehen. Sie ist die Hauptachse für den Transport des Stroms von den Küsten im Norden Deutschlands in den Süden. Von Wesel wird die Trasse weiter nach Koblenz verlaufen.

Westlich vom Ortskern

Der Abschnitt, der über Schermbeck führt, soll im Frühjahr des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Und dann trifft diese Stromautobahn im Umspannwerk in Wesel-Obrighoven auf eine weitere Trasse, die Amprion bekanntermaßen in Angriff nehmen möchte: Die geplante 380 000-Volt-Höchstspannungsleitung von Wesel nach Doetinchem in den Niederlanden, die auf Hamminkelner Stadtgebiet westlich an Hamminkeln vorbei verläuft und insgesamt 57 Kilometer lang werden soll. 22 Kilometer führen durch die Niederlande, der Rest der Strecke liegt am Niederrhein.

Ein Vorhaben, das Amprion in der Vergangenheit Einiges an Diskussionen gebracht hat und viel Geld kostet, wenn die Bezirksregierung das Planfeststellungsverfahren endlich abschließen wird.

Wann das soweit ist, weiß man bei Amprion nicht. Und auch bei der Bezirksregierung war gestern nichts zu erfahren. Solange werden die Bagger nicht anrollen. Und auch die genauen Kosten für dieses riesige Projekt lassen sich derzeit nur erahnen.

Kosten bis zu 85,5 Millionen Euro

„Die Kosten für einen Kilometer Freileitung liegen zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro“, erklärt Amprion-Sprecher Andreas Preuß. Macht bei 57 Kilometern im äußersten Fall 85,5 Millionen Euro.

Die neuen Leitungen sollen vom Weseler Umspannwerk über das Hamminkelner Stadtgebiet - etwa parallel zur Diersfordter Straße - und die Bereich Isselbruch und Hülshorst bis zum Knotenpunkt Wittenhorst westlich der Schledenhorster Straße führen. Dort verzweigen sie sich in Richtung Bocholt, Rees-Haffen und Pfalzdorf.