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Vorsorge und Vorbeugung

15.11.2009 | 17:38 Uhr

Wesel. Der letzte von drei Infoabenden zur Frauengesundheit – Brust und Herz führte in ein rustikales Ambiente, ins alte Wasserwerk an der Lippe.

Professor Dr. Christiane Tiefenbacher, Chefärztin für Kardiologie.

„Der Takt der Maschinen symbolisiert hier den Takt des Herzens und verbindet auch das Thema Brustgesundheit, da wir bei Problemen aus dem Takt geraten und vielleicht Angst bekommen”, erklärte Rita Nehling-Krüger, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Hamminkeln und Moderatorin des Abends. Zur Einstimmung zeigte das Tanztheater „x-legged-roses” die Inszenierung „Taktile”. Mit blinkenden roten Lichtern, Klopfbewegungen hinter dem Vorhang, mal schnell, mal langsam, Blitzen und Zusammenzucken als Gesundheitsprobleme, setzten die Tänzerinnen ein nicht einfaches Thema sehr anschaulich um.

In einer offenen Atmosphäre gaben Professor Dr. Christiane Tiefenbacher, Chefärztin für Kardiologie, und Dr. Daniela Rezek, Chefärztin der Senologie und ästhetischen Chirurgie, vom Marien-Hospital Wesel, Ratschläge und beantworteten die Fragen der rund 40 Besucherinnen. „Ganz viel kann man prophylaktisch für die Herz- und die Brustgesundheit tun”, so Rezek und Tiefenbacher. „Besonders ein gesunder Lebensstil mit fettarmer Ernährung und viel Bewegung sind, neben dem selbstständigen Pulsmessen und Brustabtasten, Möglichkeiten, vorzubeugen oder Probleme früh zu erkennen.”

90 Prozent der Knoten sind harmlos

Dreimal 30 Minuten Sport pro Woche, aber auch das bekannte Glas Rotwein sind unterstützend. „Hierbei ist es natürlich wichtig, dass in Maßen genossen wird”, erklärte Tiefenbacher. „Es muss aber gar nicht Rotwein sein, Alkohol an sich ist in kleinen Mengen gesund.” Die Ärztinnen machten eines ganz deutlich: Frauen müssen sich um sich kümmern, auf sich selbst achten, denn so können Gesundheitsprobleme früh erkannt werden. „Bei einer Früherkennung ist Brustkrebs in bis zu 98 Prozent der Fälle heilbar”, so Rezek. „Obwohl auch knapp 90 Prozent der Knoten harmlos sind, sollten Frauen einen Arzt aufsuchen, wenn sie eine Veränderung feststellen.”

Die Symptome eines Herzinfarktes stellte Tiefenbacher vor. Sie unterscheiden sich nämlich von denen beim Mann: Müdigkeit, Atemnot, Oberbauchschmerzen, Rückenschmerzen und Depressionen. Aber nicht nur Symptom, sondern auch förderlich für einen Herzinfarkt kann die Depression sein. Mit kleinen Gedichten, mal nachdenklich, mal mit einem Augenzwinkern, behandelte Lyrikerin Ingrid Hölker das Thema.

Mit der Postkarten-Aktion „Baustelle: Frauengesundheit” rufen die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Wesel die Landesregierung NRW zu geschlechterspezifischen Untersuchungen auf. „Lange wurden Medikamente gegen Brustkrebs an Männern getestet, da an Frauen gar nicht versucht werden durfte. Diese reagieren allerdings ganz anders als Männer auf die Mittel”, so Petra Hommers, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises. Bei einem Glas Sekt und persönlichen Gesprächen mit den Experten ließen die Frauen die Informationsreihe ausklingen.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Reihe”, fasste Hommers zusammen. „Die Nachfrage war groß, die Diskussionen waren anregend und informativ.”

Anna Blaswich

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