Vorhang auf! Manege frei!

Hünxe..  Für diesen Moment haben sie eine Woche lang trainiert, am heutigen Abend dürfen die 124 Kinder der Otto-Pankok-Schule in Drevenack endlich zeigen, was sie in nur fünf Tagen gelernt haben – wenn sich der rote Samtvorhang um Punkt 17 Uhr öffnet und damit die Manege für die Ottopankinis freigibt.

500 Besucher

Ein volles Haus, oder besser: ein volles Zirkuszelt anlässlich des 40. Geburtstags der Schule hat Leiterin Christiane Hampen angekündigt, sowohl für die Vorstellung heute als auch morgen. Alle Plätze in dem großen blau-roten Zelt, das Lehrer und Eltern gemeinsam auf dem Schulhof aufgebaut haben, sind ausverkauft. 500 Besucher wollen sich anschauen, was die kleinen Künstler gemeinsam mit den Trainern des pädagogischen Projekts „Circus ohne Grenzen“ auf die Beine gestellt haben. Finanziert wurde das Mitmach-Konzept, das bereits zum zweiten Mal nach vier Jahren stattfindet, durch die Teilnahme am Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule“.

Als Clowns, Zauberer, Akrobaten und Jongleure balancieren die Grundschüler über ein Stahlseil, schwingen bunte Tücher durch die Luft, singen, klatschen und bringen das Publikum zum Lachen und Staunen. Etwa wenn 13 der jungen Artisten ohne mit der Wimper zu zucken, 13 Säbel in eine schwarz-glitzernde Kiste stecken – im Inneren: ihre Mitschülerin. Ein Zaubertrick natürlich, freudestrahlend hüpft das junge Mädchen nach der Zaubervorstellung wieder aus der Box, ohne den geringsten Kratzer selbstverständlich.

„Es ist wirklich erstaunlich, was wir in den vergangenen Tagen an versteckten Talenten entdeckt haben“, lobt die Schulleiterin ihre Schützlinge. Kinder, die sonst eher still sind, wachsen über sich hinaus, überwinden ihre Ängste, zeigen Mut, lernen, was Teamgeist bedeutet und warum Disziplin so wichtig ist – sie wollen ihre Aufgaben eben gut machen, das sieht man den jungen Nachwuchsartisten an. Stolz blicken sie ins Publikum, das einen Tag vor dem großen Abend noch aus Schülern und Lehrern besteht. Klappt ein Trick noch nicht so ganz, fangen sie einfach noch einmal von vorne an.

Unterstützt werden sie dabei nicht nur von den Zirkuspädagogen, sondern auch von Lehrern und Eltern. Denn die Großen wissen, was die Kleinen leisten müssen. Die Zirkuswoche startete am Montag nämlich mit einer Vorführung für die Grundschüler, für die sie einen Tag lang selbst in die Zirkusschule mussten.

Jung und Alt zusammen, das sei das Ziel, erklärt Schulleiterin Hampen. „Es geht darum, eine Gemeinschaft zu gründen – aus Lehrern, Schülern und den Kindern. Die Großen sollten deshalb ein Gefühl dafür bekommen, was den Kindern bevorsteht.“ Bis ins kleinste Detail sind die beiden Vorstellungen nun geplant, Text, Akt und Musik genau aufeinander abgestimmt. Doch eine kleine Überraschung steht der Zirkusgemeinschaft noch bevor, denn die Kostüme der Nachwuchsartisten sind noch streng geheim – Auflösung erst heute Abend.