Vorfahrt auf der Mittelstraße

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Schermbeck..  Wer hat hier Vorfahrt? Diese Frage scheint rund um die Mittelstraße zu Problemen zu führen. Das bekam der Schermbecker Manfred Brauer schmerzhaft zu spüren, als er mit seinem Roller auf der Mittelstraße einen Unfall hatte, weil ihn ein Pkw-Fahrer rammte, der aus der Burgstraße kam und dachte, dass er Vorfahrt hätte.

Aber: „Hier gilt nicht rechts vor links“, stellt Franz-Josef Kuhlmann von der Kreispolizei Wesel fest. Die Burgstraße ist ein verkehrsberuhigter Bereich und damit gegenüber der Mittelstraße nachrangig. Der Polizist rät aber, sich den Ecken vorsichtig zu nähern, da diese Regel nicht allen bekannt sei.

Ist das Schild gut sichtbar?

Für Schermbeck ist die Situation ein Thema, erklärt Marc Lindemann vom Ordnungsamt. Unter anderem deshalb, weil Manfred Brauer die Gemeinde auf die Situation aufmerksam gemacht hat. Am Dienstag gab es einen Ortstermin mit der Kommune, dem Straßenverkehrsamt und der Polizei. Ziel der Gemeinde ist, dass die Mittelstraße Vorfahrtstraße bleibt.

Dass die „Rechts vor links“-Regel auf der Mittelstraße nicht gilt, darüber waren sich alle einig. „Es gibt noch weiteren Klärungsbedarf“, fasst Lindemann zusammen. Kreis und Gemeinde seien anderer Ansicht als die Polizei; strittig sei die Beschilderung und in dem Zusammenhang das Limit von Tempo 20 auf der Mittelstraße, so Lindemann weiter. Bei einem nächsten Termin Anfang Februar wollen sich die Beteiligten alle Kreuzungen genau anschauen.

Bisher fahren manche Pkw-Fahrer so zügig auf die Mittelstraße, als ob sie ihre (nicht vorhandene) Vorfahrt durchsetzen wollten. Wegen der Zufahrt zu einer Arztpraxis und als Abkürzung, um zum Bösenberg zu gelangen, ist die Burgstraße stärker befahren als andere.

Eine Ausnahme sei nur die Kreuzung Bösenberg/Landwehr, wo tatsächlich rechts vor links gelte, ergänzt Lindemann. Alle anderen Zufahrten auf die Mittelstraße sind verkehrsberuhigt.

Manfred Brauer hält das beim Ortstermin umstrittene Schild übrigens für gut einsehbar. Marc Lindemann vom Ordnungsamt sieht aber auch keine Probleme, das Zeichen auf der Burgstraße einfach ein Stück weiter nach vorne zu versetzen, wenn die Verkehrsregel so für alle deutlicher wird.