Vor den Ferien einmal um die Welt

„In 80 Tagen um die Welt“, hieß es am Donnerstagabend im Bühnenhaus. Das Andreas-Vesalius-Gymnasium hatte dazu eingeladen.
„In 80 Tagen um die Welt“, hieß es am Donnerstagabend im Bühnenhaus. Das Andreas-Vesalius-Gymnasium hatte dazu eingeladen.
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Was wir bereits wissen
Die Schul-Show des Andreas-Vesalius-Gymnasiums Wesel erfreute das Publikum im Bühnenhaus.

Wesel..  Ein Mann versucht in 80 Tagen um die Welt zu reisen und erlebt dabei allerhand Abenteuer – so hat es Jules Verne einst in seinem berühmten Roman ersonnen. Die Elftklässler des Andreas-Vesalius-Gymnasiums haben diese Geschichte neu interpretiert und präsentierten sie am Donnerstagabend in ihrer „Schul-Show“ im Bühnenhaus.

Am präsentesten auf der Bühne waren die Schüler des Literaturkurses, die als Protagonist Phileas Fogg, Inspector Fix oder Prinzessin Aouda die Handlung erzählten. Besonders angetan war das Publikum von Passepartout, dem französischen Butler Foggs, der stets durch kecke Kommentare mit starkem französischen Akzent auffiel. Doch auch zahlreiche Nebenrollen gestalteten die Aufführung humorvoll. Zum Beispiel der immer betrunkene Kellner James, dessen Rolle in Anlehnung an den gleichnamigen Butler von Miss Sophie in „Dinner for One“ zu verstehen war. So sorgte etwa die Frage: „Same procedure as yesterday, Mr. Quinn?“, während er im „Reform Club“ kellnerte, für lauthalses Gelächter im Publikum.

Neben den Literaturschülern waren auch der Tanz-Gymnastikkurs und die Turn-AG auf der Bühne aktiv. Beispielsweise als Sektenprozession, die Prinzessin Aouda verbrennen will, oder, im Falle der Turn-AG, als akrobatische Besetzung des japanischen Zirkus „Tamagotchi“.

Interessant wurde das Stück zusätzlich durch den ständigen Perspektivwechsel. Abwechselnd war zu sehen, was Fogg, Passepartout und Aouda erlebten, während Inspector Fix ihnen unerbittlich auf der Fährte war, und wie die Gentlemen im Reform Club und das gemeine Volk auf den Londoner Straßen die Reise über die Zeitungen mitverfolgten. Um den Zuschauern dabei eine bessere Orientierung zu ermöglichen, wurde die Route der Weltreise in kurzen Stop-Motion Videos als kleines Papierschiff auf einer Weltkarte gezeigt und die bereisten Orte als Postkarte auf die Beamer-Leinwand projiziert.

Musikalisch unterstützend wirkten die beiden Mup-Kurse, die an ihrem Platz direkt vor der Bühne, hinter einer halbhohen Wand, auch wirklich nur gehört werden konnten. Durch den gezielten Einsatz textlich passender Lieder, wie etwa „Don’t stop me now“ oder „Fly Away“, überbrückten sie Szenenwechsel und Umbaupausen, und mit akustischen Untermalungen verliehen sie der Handlung Spannung, Leben und noch eine Prise mehr Humor: Als beispielsweise Fogg und Aouda auf dem Schiff nach Amerika standen, spielten sie „My Heart will go on“, bekannt aus dem Film „Titanic“, was ebenfalls zu lautem Lachen und Jubel beim Publikum führte.

120 Schüler machen mit

Den Schluss der Vorlage haben die Schüler verändert. Fogg schafft es zwar auch hier pünktlich zum Reform Club, doch erst dann folgt der Heiratsantrag an Aouda, die eigentlich gar nicht dort sein dürfte, weil nur Männer Zutritt haben. Doch da der Club ja schon „Reform“ heißt, beschließen die „Gentlemen“, ihre Hüte abzunehmen und outen sich als Frauen.

Am Ende gab es für die rund 120 Schülerinnen und Schüler einen nicht enden wollenden Applaus von Familien, Lehrern und Freunden, die das Bühnenhaus fast komplett gefüllt hatten.