Das aktuelle Wetter Wesel 12°C
Polizei

Von Rasern keine Spur

10.02.2012 | 18:19 Uhr
Von Rasern keine Spur
Raser waren am Freitag im Visier der Polizei. Foto: Heinz Kunkel, WAZ FotoPool

Kreis Wesel.Mal ehrlich, war das gestern nicht ein entspanntes Autofahren. Keine Raser, keine Drängler - manchmal ging’s sogar ziemlich langsam vorwärts.

Ursache für das ungewöhnliche Verkehrsverhalten an einem Freitag war der Blitz-Marathon der Polizei, angeordnet von NRW-Innenminister Ralf Jäger. An gut 1400 Messstellen im ganzen Land kontrollierten Beamte die Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit. Temposünder hatten keine Chance - allerdings gab’s auch kaum welche. Eine erste Bilanz der 24-stündigen Aktion um 15 Uhr: 5500 „gemessene“ Fahrzeuge und nur 100 Tempo-Verstöße. Das schnellste war mit 62 km/h in der Tempo 30-Zone in Neukirchen-Vluyn unterwegs.

„Ich freue mich über jeden, den wir heute nicht angehalten haben.“ Für Bernd Störmer, Leiter des Verkehrsdienstes der Kreispolizei Wesel, war der Zweck der Marathon-Veranstaltung schon beim Blick auf die langsam fahrenden Autos gestern Morgen auf der Bundesstraße 473 zwischen Wesel und Hamminkeln erfüllt. Hier ist auf weiten Strecke nur Tempo 70 erlaubt und an anderen Wochentagen geht’s deutlich schneller zu. Gestern aber hielten sich Pkw- und Lkw-Fahrer gerade zu penibel an die Geschwindigkeit - bis auf eine 49-jährige Niederländerin, die mit einem Firmenwagen Richtung Wesel unterwegs war. 81 km/h schlugen nach der Laser-Messung und dem Abzug der Toleranzwerte zu Buche. Für die Autofahrerin wurden ein Verwarngeld von 20 Euro fällig. Ja, sie sei ein bisschen zu flott gefahren, gestand sie ein, als Franz-Josef Kuhmann sie anhielt. Der Unfallsachbearbeiter beim Verkehrskommissariat der Kreispolizei musste die Fahrerin nicht lange vom Sinn der Aktion überzeugen. „Das ist schon in Ordnung“, meinte sie und zückte ihre EC-Karte.

Doppeltes Radar

Übrigens wurde an der B 473 gleich doppelt geblitzt. In Fahrtrichtung Hamminkeln hatte sich kurz hinter der Schillkaserne das Radarfahrzeug der Stadt Wesel postiert. Hier löste das Messgerät nur einmal aus: bei 83 km/h. Der Spitzenreiter auf der B 473 muss nach Tempo 93 jetzt 70 Euro Bußgeld zahlen und bekommt einen Punkt in der Flensburger Kartei.

Das Hauptanliegen des Blitz-Marathons sei es, das Geschwindigkeitsniveau zu senken, betonte Herbert Ickert, Leiter der Direktion Verkehr. Schließlich sei die unangepasste Geschwindigkeit in den den meisten Fällen Unfallursache Nummer eins. Während die technische Entwicklung die Autos für die Insassen immer sicherer macht, können Radfahrer und Fußgänger davon nicht profitieren. Sie tragen bei einem Zusammenstoß mit einem Kraftfahrzeug bereits bei einem geringen Tempo gravierende Verletzungen davon. Werden Fußgänger von einem Fahrzeug mit 50 km/h erfasst, sterben zwei von zehn Fußgängern, hat die Polizei ermittelt. Bei 65 km/h überleben nur zwei von zehn Fußgängern den Zusammenstoß. Dass die Polizei auch Messstellen in Tempo 30-Zonen errichtet hatte, war nur konsequent. Aber auch hier gab’s wenig zu blitzen.

Auf dem Herzogenring in Wesel wurden innerhalb von drei Stunden acht Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit ertappt. Der schnellste von ihnen war mit 46 km/h dort unterwegs, wo nur 30 erlaubt war. „Die meisten haben sich geärgert, dass sie erwischt wurden, weil sie wussten, dass geblitzt wird“, schilderte Julia Gülicher die Reaktionen der angehaltenen Autofahrer.

Mit Alkoholkontrolle

Kreisweit wurde an mindestens 28 Stellen geblitzt, so Bernd Störmer. Vielfach an Gefahrenpunkten, aber auch in Bereichen, in denen Autofahrer nicht mit einer Kontrolle rechneten. Zum späteren Abend dehnten die Beamten die Überprüfungen auch auf Alkoholkontrollen aus.

Und so geht es weiter: Nach Ende des Blitz-Marathons gehen die Geschwindigkeitsmessungen im Kreis natürlich weiter. Wie schon in den Wochen zuvor, gibt die Kreispolizeibehörde die Messstellen für die nächsten Tage bekannt. So wird am heutigen Samstag im Ortsbereich Schermbeck und in Hünxe-Bruckhausen geblitzt. Sonntag ist der Hünxer Ortsteil Drevenack an der Reihe. Montag geht es unter anderem in Schermbeck-Weselerwald weiter. Am Donnerstag stehen Messstellen an der B 473 in Hamminkeln und in Dingden auf dem Einsatzplan, Freitag folgt Büderich.

Margret Brüring

Facebook
 
Kommentare
10.02.2012
20:28
Von Rasern keine Spur
von diebels69 | #1

... und auf der Blumenstraße in Obrighoven hat keiner geblitzt. Schade eigentlich - da hätte man innerhalb von drei Minuten acht Fahrzeuge anhalten können. Hätte sich gelohnt ;-)
Täglich grüßt das Murmeltier ....

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6337468/create

Aktuelle Fotos und Videos
Eselrock
Bildgalerie
Festival
KuBa Festival
Bildgalerie
Kulturbahnhof
Drachenbootregatta
Bildgalerie
Drachebootrennen
Frühlingstreff
Bildgalerie
Dingden
Aus dem Ressort
Neue Schule: CDU will sich nicht festlegen
Schule
Die Ratsfraktion möchte dem Elternwillen nicht vorgreifen. Sekundarschule und Gymnasium sind möglich
SPD-Ratsherr fordert Überwachung
Politik
Für eine durchgängige Aufsicht an der Lippefähre „Quertreiber“ setzt sich SPD-Ratsherr Wilhelm Bußmann in einem Brief an Bürgermeisterin Ulrike Westkamp ein.