Vogelfotos im Olivenölmuseum

Eine Mittelmeermöwe, die Hans Glader bei seinem letzten Besuch auf Lesbos aufgenommen hat.
Eine Mittelmeermöwe, die Hans Glader bei seinem letzten Besuch auf Lesbos aufgenommen hat.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Aus Österreich an den Niederrhein und jetzt nach Lesbos. Hans Glader von der Biologischen Station im Kreis Wesel hat dort nun eine Ausstellung mit Vogelbildern von der griechischen Insel.

Wesel..  Zufälle gibt es manchmal im Leben... Genau solch ein Zufall war es, der Hans Glader von der Biologischen Station im Kreis Wesel jetzt eine Ausstellung auf Lesbos bescherte. Der begeisterte Naturliebhaber und Fotograf hatte schon oft auf der griechischen Insel die einzigartige Vogelwelt im Bild festgehalten. Vor zwei Jahren dann saß er zusammen mit einem Kollegen im Flugzeug vom dortigen Flughafen Mytilene nach Düsseldorf, als ein Teil einer Gruppe auf die beiden aufmerksam wurde. Die beiden betrachteten nämlich gerade auf einem Laptop die zuvor auf Lesbos geschossenen Vogelbilder. Das brachte die Griechen auf eine Idee: Man könnte diese wunderbaren Motive doch mal auf der Insel zeigen - und so blieb man miteinander in E-Mail-Kontakt.

Vor zwei Tagen ist der gebürtige Kärntner Hans Glader von einem erneuten Besuch auf Lesbos zurückgekehrt. Im Museum of Industrials Olive-Oil Production in Agia Paraskevi wurde eine Ausstellung eröffnet, seine Ausstellung. In Faltblättern wird darauf sowohl in Hotels und sogar schon am Flughafen hingewiesen – ein Umstand, den der in Isselburg-Werth wohnhafte Naturliebhaber irgendwie komisch findet. Natürlich freut er sich aber über die Ehre, die ihm hier zuteil wird. „Ich war schon ein bisschen happy“, sagt er und gerät sofort ins Schwärmen, wenn er an die Vögel von Lesbos denkt. Sechsmal war er schon dort und immer wieder entdeckt er etwas Neues. Er hat den Weißstorch fotografiert und den Schwarzstorch vor die Linse bekommen, er hat aber auch die in Europa einzigen Brutplätze der Türken­ammer und des Türkenkleibers besucht. Bei solchen kleinen Sensationen seien „gleich 20, 30, 40 Ornis da“, sagt Glader und meint damit seine Ornithologen-Kollegen.

Bis zum 20. Mai sind seine Fotografien in dem Museum zu sehen. Vor allem junge Leute sollen auf die Einzigartigkeit von Lesbos aufmerksam gemacht und für die heimische Vogelwelt sensibilisiert werden. Deshalb haben sich schon mehrere Schulklassen angekündigt. Und Hans Glader, der natürlich auch diesmal nicht ohne neue Fotos an den Niederrhein zurückgekehrt ist, freut sich schon auf seinen nächsten Aufenthalt. Denn er hat die Genehmigung, dort zu fotografieren, wo sonst niemand hin darf: in den Salinen von Lesbos, wo sich die Vögel im flachen Wasser des Salzgewinnungsareals tummeln.