Viele Landschaften und Mentalitäten

Das Naturschutzgebiet Loosenberge in den Lippeauen ist Teil des Naturschutzgebietes Hohe Mark.
Das Naturschutzgebiet Loosenberge in den Lippeauen ist Teil des Naturschutzgebietes Hohe Mark.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Als neue Geschäftsführerin will Dagmar Bergmann den Naturpark Hohe Mark bekannter machen. Eines ihrer Ziele: Gäste sollen ein paar Tage lang bleiben - und in der Region Geld ausgeben

Schermbeck/Hünxe..  Sie sei noch in der „Sammelphase“ sagt Dagmar Beckmann über ihre Aufgabe, die sie Anfang Oktober übernommen hat. Die 45-Jährige ist neue Geschäftsführerin des Naturparks Hohe Mark. Dessen Fläche ist groß; die Gemeinde Schermbeck liegt komplett darin, ebenso große Teile von Hünxe, aber auch Bereiche Wesels und Hamminkelns gehören dazu. Aber dieser Flächenbezug sei zweitrangig, sagt Beckmann. „Die Wege sind kurz“, meint sie. Jede Kommune könne mit ihrer Zugehörigkeit zum Naturpark werben und sollte dies auch machen. Der Niederrhein sei „ein besonderer Teil“ des Parks, aber es gelte, diesen stets als Ganzes im Blick zu haben.

„Es ist nicht sinnvoll zu sagen, das machen wir jetzt so“, beschreibt sie ihren Ansatz auf der neuen Stelle. Stattdessen wolle sie „Mitarbeiter ins Boot holen“ und „Sachen mit Herzblut machen“. In diesem Zuschnitt sei ihre Aufgabe etwas Neues, das Zusammenspiel des Trägervereins Tiergarten Schloss Raesfeld und des Naturparks mache aber „eine Führung sinnvoll“. Der Naturpark war früher beim Kreis Borken angesiedelt.

„Das hat viel mit Ankommen zu tun“, sagt Beckmann über die erste Zeit. Es sei ihr schnell gelungen, Kontakte zu knüpfen, sagt die ehemalige Mitarbeiterin der Rheder Stadtverwaltung. Rund die Hälfte der 23 Städte und Gemeinden, die dem Naturpark angehören, hat sie besucht. Im Weseler und im Schermbecker Rathaus hat sie sich bereits vorgestellt.

Im Tages-, vor allem im Radtourismus, sei die Region „gut aufgestellt, aber wir haben das Potenzial für mehr“. So möchte Beckmann langfristig erreichen, dass sich die Gäste drei bis fünf Tage in der Region aufhalten und (zum Beispiel bei Hotels und Gastronomie) Geld ausgeben. Im Marketing und Tourismus sieht die 45-Jährige ihre Hauptaufgabe, ein Bildungsauftrag und der wichtige Aspekt der Naturschonung kämen hinzu. Sie wolle dabei „immer an bestehende Strukturen anknüpfen“ und „Stärken stärken“.

Ein „positives Bewusstsein der Bewohner und der Besucher“ für den Naturpark möchte sie fördern und diesen bekannter machen. Mit Teilen des Niederrheins, Ruhrgebiets und des Münsterlands gebe es verschiedene Landschaften mit den verschiedenen Mentalitäten der Bewohner; das mache es spannend. Rad- und Wanderwege will Beckmann verstärkt in den Blick nehmen. Die kleineren Routen, die es in den einzelnen Kommunen gebe, machten den „zusätzlichen Charme“ aus. Diese mit ihren Aspekten in überörtliche Strecken für vernünftige Touren einzubinden sei „ein Bonbon“. Beckmann: „Das ist ein wichtiger Punkt.“

Und „sehr, sehr große Möglichkeiten“ sieht sie in der Bewerbung des Naturparks als Leader-Region, das Verfahren laufe derzeit. Mitte des Jahres rechnet sie mit Informationen zum Sachstand.