Video macht den Internet-Star

Der 25-jährige Weseler filmt sich beim Computerspielen und stellt die Clips dann ins Netz.
Der 25-jährige Weseler filmt sich beim Computerspielen und stellt die Clips dann ins Netz.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Wie aus dem 25-jährigen Weseler Gartenbetriebswirt Michael Müller der „YouTube“-Star Zander wurde.

Wesel..  Konzentriert sitzt Michael Müller vor seinen zwei Computer-Bildschirmen in seiner Wohnung in der Innenstadt. Die rechte Hand auf der Maus, mit der Linken bearbeitet er die Tastatur.

Vor ihm hängt ein Mikrofon, immer wieder ruft er Befehle in das Aufnahmegerät. Dann lacht er laut, quatscht mit seinem Gegenüber, das irgendwo auf der Welt ebenfalls vor dem PC sitzt.

Millionen Zuschauer

Müller ist einer der bekanntesten deutschen „YouTube“-Stars. Er filmt sich selbst beim Spielen, kommentiert, macht Witze. Ein Riesentrend im Netz. Über 330 000 Leute schauen regelmäßig seine Videos auf dem Video-Portal, 139 000 Menschen folgen ihm auf Twitter, seine Live-Spiele auf der Online-Spiele-Plattform Twitch haben Klickzahlen von über 2,5 Millionen. Im Supermarkt wird er nach Autogrammen und Selfies gefragt, auf Spielemessen wie der Games Com bilden sich Menschentrauben um den 25-Jährigen, der in Blumenkamp aufgewachsen ist.

Doch wie wurde aus Michael Müller der Youtuber Zander (sein Online-Name)? Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung im Gartenbau, macht danach seinen Meister als Gartenbetriebswirt. Zocken und „YouTube“ war da noch reines Hobby. „Irgendwann habe ich gemerkt, dass man mit dem Spielen gut Geld verdienen kann. Da habe ich mir gedacht, ich versuche es einfach. Wenn’s nicht klappt, kann ich ja immer noch zurück in den alten Job.“

Seitdem sitzt Zander zehn bis 15 Stunden täglich vor seinem Rechner. Früher hat er vornehmlich das Online-Spiel Minecraft gezockt, davon rund 15 Minuten lange Videos aufgenommen und ins Netz gestellt. Heute steht er im Umbruch. „Ich möchte den Leuten etwas Neues bieten. Spielen und das Ganze aufnehmen, kann im Prinzip jeder.“

Müller investiert jetzt noch mehr Zeit in die Qualität seiner Videos. Er spielt zwei Stunden, schneidet dann die besten Szenen zusammen, vertont sie professionell und stellt die vier bis fünf Minuten langen Clips ins Netz. Er möchte, dass seine Zuschauer einen Überblick über das Spielgeschehen haben.

Sogar Merchandise gibt es mittlerweile von dem jungen Mann. In einem Internet-Laden verkauft er T-Shirts (20,90 Euro) und Caps (30,90 Euro). Es ist faszinierend, wenn man sieht, wie er in seiner Passion aufgeht und damit auch noch seinen Lebensunterhalt mehr als gut verdient. Seine Währung sind Klicks, für jeden Druck auf den Gefällt-Mir-Button gibt es Geld, jedes angesehene Video spült Kohle aufs Konto.

Aber auch Werbung gehört dazu. Jedoch nur für Dinge hinter denen er auch steht, betont er: „Unternehmen bezahlen dafür, dass ich zum Beispiel ihre Spiele bei Twitter oder im LiveChat anpreise. Das mache ich auch gerne, jedoch nur wenn ich auch dahinter stehe. Letztens hatte ich ein Spiel, das ich so lala fand, das habe ich den Leuten aber auch so gesagt. Sie sollen Spaß haben!“