Versteigerung erneut vertagt

Wesel. Zwar wurde gestern ein Angebot für die ehemalige Sonderschule in Bergerfurth abgegeben, doch die 100 000 Euro waren nur ein „taktisches Gebot“ eines Immobilienkaufmanns, der für ein Düsseldorfer Maklerbüro arbeitet. Denn nach den Vorab-Ausführungen der Rechtspflegerin war klar, dass alle Gebote unter 265 000 Euro zwar angenommen aber versagt würden, da sie nicht die Fünf-Zehntel-Grenze erreichen, die laut Gesetz bei dieser zweiten Runde der Zwangsversteigerung mindestens hätten geboten werden müssen.

In einer dritten Runde sieht dies jedoch nun anders aus, da gestern ein Angebot abgegeben und vom Gericht zurückgewiesen wurde. Der einzige Bieter, der sagte, das Gebäude gar nicht zu kennen, gab nach der Sitzung auch offen zu, dass sein Gebot einzig den Sinn gehabt habe „die Grenzen kaputt zu machen.“

Frühestens in drei Monaten geht die Zwangsversteigerung nun in Runde drei – dann könnte das Objekt, dessen Verkehrswert auf 530 000 Euro beziffert wird, theoretisch für rund 11 000 Euro den Besitzer wechseln. Doch dies ist nahezu ausgeschlossen, da auch die Deutsche Bank als Gläubigerin und der Besitzer dem Ganzen bei solch einer kleinen Summe zustimmen müssten. Laut Rechtspflegerin werde allen Geboten unter 30 Prozent des Verkehrswertes zunächst erstmal kein Zuschlag erteilt. Aber ein Gebot ab etwa 160 000 Euro könnte dann beim nächsten Termin zu einem Besitzerwechsel führen.

Das Interesse an dem Gebäude ohne Geräte und dem 9933 Qua­dratmeter großen Grundstück in Bergerfurth hielt sich in Grenzen: Lediglich zwei Zuhörer kamen in den Gerichtssaal, um der Versteigerung zu folgen. Wissen wollte einer der Zuschauer, ob die bestehenden Mietverhältnisse bestehen bleiben. „Diese wäre vom neuen Eigentümer zu übernehmen“, antwortete darauf die Rechtspflegerin. Zurzeit ist die Keramikbau-Firma Bleckmann in dem Gebäude dort ansässig.