US-Forscher finden Hinweise zu Abstürzen in Hamminkeln

Mit Absturzstellen wie dieser hat sich das Informationsteam aus Hawaii in Hamminkeln beschäftigt und dazuGespräche mit Zeitzeugen geführt.
Mit Absturzstellen wie dieser hat sich das Informationsteam aus Hawaii in Hamminkeln beschäftigt und dazuGespräche mit Zeitzeugen geführt.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Institut zur Auffindung vermisster amerikanischer Soldaten scheint Absturzstellen der Operation Varsity gefunden zu haben. Gespräche mit Zeitzeugen.

Hamminkeln..  Die Arbeit scheint sich gelohnt zu haben. Das Team zur Auffindung vermisster amerikanischer Soldaten (JPAC), das im vergangenen November für vier Wochen in Hamminkeln und Umgebung unterwegs war, um nach Hinweisen auf vermisste Angehörige der US-Luftwaffe aus der Operation Varsity zu suchen, ist höchstwahrscheinlich fündig geworden.

Eventuell Ausgrabungen

Demnach haben sich bei zwei von drei Grundstücken auf Hamminkelner Gebiet, die als Absturzstellen in Frage kamen, die Hinweise darauf erhärtet. Das bestätigte Historikerin Nicole Rhoton vom JPAC-Stützpunkt auf Hawaii jetzt im Gespräch mit der Redaktion.

So stimmen diese Flächen stark mit den Hinweisen überein, die das fünfköpfige JPAC-Informationsteam im vergangenen Jahr zu den Abstürzen im März 1945 gesammelt hat. Unter anderem in Gesprächen mit Zeitzeugen und Experten vor Ort.

Nun werde man weitere Untersuchungen durchführen, um jeden Zweifel auszuschließen und die Verbindung zwischen diesen Flächen und den vermissten Mannschaften zu verstärken, so Nicole Rhoton. Konkret geht es um neun Besatzungsmitglieder, die seit der Luftlandeoperation als vermisst gelten.

Nach der zweiten Untersuchungsphase besteht die Möglichkeit, dass eine weitere Abordnung, ein sogenanntes Rückführungsteam (Recovery-Team), nach Hamminkeln kommt und die dritte Phase in Angriff nimmt: „Sollten wir weiterhin positive Ergebnisse bekommen, werden wir diese Flächen für Ausgrabungen vorschlagen“, erklärt die Historikerin weiter. Als Ziel der gesamten Untersuchungen steht immer die Rückführung der sterblichen Überreste nach Hause.

Während die US-Forscher bei beiden Flächen zuversichtlich sind, sind sie bei der dritten Fläche weniger optimistisch. Man glaube nicht, dass sie im Zusammenhang mit den vermissten Soldaten stehen könnte, sagt Nicole Rhoton. In dieser Frage sei man weiterhin auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen (siehe Box).

Flächen werden nicht genannt

Um welche Flächen es sich genau handelt, möchten weder die JPAC-Experten um Historikerin Nicole Rhoton noch Ortwin Nissing von der Hamminkelner Stadtverwaltung, der als Verbindungsmann vor Ort agiert, verraten, um keine Schaulustigen anzulocken, die selbst Ausgrabungen anstrengen könnten. Deshalb bleiben die Standorte unter Verschluss.

Wer sich an die Luftlandeoperation Varsity erinnert und etwas zu möglichen Absturzstellen sagen kann, wird gebeten, sich bei Ortwin Nissing (Stadt Hamminkeln) unter 02852/88111 zu melden.

Auch die NRZ möchte mit Zeitzeugen ins Gespräch kommen, die sich an die größte Luftlandeoperation im Zweiten Weltkrieg erinnern. Wir freuen uns über Anrufe und Zuschriften gleichermaßen: NRZ-Redaktion, Doelenstraße 7, 46483 Wesel, 0281/3387435 oder per E-Mail an lok.wesel@nrz.de