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Montessori-Schule

Unterricht in der Software-Firma

19.08.2010 | 17:31 Uhr

Wesel. Die Montessori-Schule ist in leer stehende Räume im Gebäude der Software-Firma Isis IC gezogen. Klassenräume befinden sich neben den Büros der Mitarbeiter.

Arbeiten in einer Grundschule - für Lehrer, Sekretärin oder Hausmeister ist das natürlich ganz normal, aber für IT-Experten? Für die acht Mitarbeiter der Isis IC GmbH wird genau das bald Realität. Allerdings arbeiten sie genau genommen nicht in einer Grundschule, sondern eine komplette Grundschule ist in ihre Räume gezogen. Das Isis-Gebäude am Handelsweg ist das neue Zuhause der Weseler Montessori-Schule.

Bislang war die Schule, die 2006/2007 gegründet worden war, an der Gabainstraße angesiedelt. Die Räume dort waren aber schon nach kurzer Zeit zu klein. „Jedes Jahr kommen etwa 20 neue Schüler hinzu“, erklärt Leiterin Monika Barczaitis. Die 300 Quadratmeter und das kleine Außengelände reichten also schnell nicht mehr aus, so dass das Team seit einiger Zeit auf der Suche nach einer Alternative war.

Ein glücklicher Zufall brachte die Lösung: Isis-Geschäftsführer Dirk Unsenos, selbst gelernter Lehrer und begeistert vom Montessori-Konzept, kontaktierte Monika Barczaitis vor einiger Zeit und bot an, Technik-Projekte mit den Schülern auf die Beine zu stellen. Als der 49-Jährige davon erfuhr, dass das Team der Schule neue Räume sucht, bot er auch da seine Hilfe an.

„Der Bildungsbereich unseres Unternehmens ist enorm zurückgegangen“, sagt Unsenos. „Da wir weniger Schulungen, etwa in Kooperation mit dem Arbeitsamt, anbieten, standen die dafür genutzten Räume leer.“ In diese Räume soll nun neues Leben kommen. 80 Grundschüler und sechs Lehrerinnen sind dort ab dem neuen Schuljahr zu Hause.

Die 500 Quadratmeter, die der Montessori-Schule jetzt zur Verfügung stehen, mussten für den Unterrichtsbetrieb kaum verändert werden. Möbel haben die Lehrer vom alten Standort mitgebracht und um einige Regale ergänzt, die Dirk Unsenos ihnen zur Verfügung gestellt hat. Neu geliefert werden nur Türen, die den Brandschutzbestimmungen für Grundschulen gerecht werden.

Die hellen und freundlichen Räume haben große Fenster und bieten eine angenehme Atmosphäre. Besonders freut sich Schulleiterin Monika Barczaitis darüber, dass sie und ihre Kolleginnen nun ein Lehrerzimmer haben; zudem über das 2000 Quadratmeter große Außengelände und die großzügigen Nebenräume, wie etwa ein Atelier, in dem die Kinder sich kreativ austoben können. „Unser Konzept sieht viel freies Arbeiten vor“, erklärt die Montessori-Pädagogin. „In diesen großen Räumen können sich die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes viel freier bewegen.“

Dass direkt neben der Bibliothek die Büros der Isis-Mitarbeiter liegen und es auch eine gemeinsame Küche für Schule und Unternehmen gibt, sieht die 47-jährige Schulleiterin nicht als störend, sondern als Chance: „So erleben die Kinder ihre Schule nicht als von der Außenwelt abgekapselt und sehen schon früh, dass Arbeit zum Leben ge-hört.“ Auch Dirk Unsenos und seine Mitarbeiter fühlen sich nicht gestört, sondern freuen sich auf die Kinder. Schule und Unternehmen wollen nicht nur neben-, sondern auch miteinander aktiv sein und auch zukünftig Technikprojekte gemeinsam realisieren.

Die Schule präsentiert sich am Tag der offenen Tür am Donnerstag, 30. September, von 8 bis 11 Uhr.

Gabi Schultze

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