Nachrichten aus Wesel,...
Unternehmer: Mauer wieder errichten
10.10.2008 | 19:27 Uhr 2008-10-10T19:27:04+0200WIRTSCHAFT. Klaus Calmund sorgt mit einem Brief nach Bitterfeld für Wirbel - auch in der Politik. "Meinungsfreiheit", sagt er.
WESEL. Vor 19 Jahren wurde Deutschland wiedervereinigt, vor einer Woche wurde am Feiertag daran erinnert. Ein Weseler Unternehmer hält nichts davon. Er spricht sich für den Wiederaufbau der Mauer aus und hat seine Mitarbeiter angewiesen, "keinerlei Waren, Produkte oder Dienstleistungen aus der DDR zu ordern". Nun ist Klaus Calmund (63) bundesweit im Gespräch. Und wird ein Fall für die Politik.
Es begann mit einem Geschäftsangebot aus Greppin in Sachsen-Anhalt, das zur Stadt Bitterfeld-Wolfen gehört. Die dortige Firma Lauterbach, ein 18-Mann-Betrieb für Stahlproduktion und -handel, hatte zwecks Werbung an das Weseler Unternehmen für Möbel und Innenausbau am Schornacker geschrieben. Nicht zufällig: Der gebürtige Brüner Friedrich Quint arbeitet für die Lauterbach GmbH - im Geschäftsfeld Glasbaubeschläge, das für die Firma Calmund, die auf die Einrichtung von Praxen spezialisiert ist, von Interesse sein könnte. Der zuvor selbstständige Quint, seit zehn Jahren in Bitterfeld, habe seinen hiesigen früheren Kundenstamm reaktivieren wollen, sagt Geschäftsführer Olaf Lauterbach, und sich dabei auch an die Firma Calmund erinnert.
Über das Weseler Antwortschreiben mit dem Bekenntnis zum Wiederaufbau der Mauer und einer Zurückweisung von Angeboten ("Sie sollten sich mit dem zufrieden geben, was Sie den Westeuropäern bisher aus der Tasche gezogen haben") ist der Absender entsetzt. So sehr, dass der Vorgang gestern in einem Beitrag des MDR-Fernsehens und in der ARD-Fernsehsendung "Brisant" als "Unverschämtheit des Jahres" verbreitet wurde. Darin kam auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer zu Wort - mit dem Hinweis, er wolle die Kanzlerin informieren.
"Soll er doch tun", sagt Klaus Calmund, den dies alles zumindest nach außen hin kalt lässt. Seit Monaten werde seine Firma mit E-Mails belästigt. "Wir werden beschimpft aus dem Osten", sagt er. Zwar nicht von der Firma Lauterbach, aber von anderen Anbietern. Da habe er "einen derartigen Frust" gehabt, dass er das heftige Antwortschreiben nach Bitterfeld verfasste. Rechtliche Konsequenzen befürchtet er nicht: "Wir haben doch schließlich Meinungsfreiheit."
Zumindest Aufmerksamkeit war ihm gestern gewiss: "Hier kommen laufend Filmteams", sagte er, was in Bitterfeld im übrigen auch der Fall war. "Die machen da ein richtiges Fass auf." Aber das werde sich auch wieder beruhigen. "Jetzt ist erstmal Wochenende, und in zwei bis drei Tagen hat sich das erledigt."
ZWISCHEN PROMIS UND KÖNIGS Am Donnerstag in der MDR-Sendung "Sachsen-Anhalt heute", verbreitete gestern auch die Sendung "Brisant" im ARD-Programm DasErste den TV-Beitrag. Dort werden ansonsten Promi-Klatsch und -Rezepte, Königshäuser oder neue Heilmethoden für brisant gehalten.
12:04
@michael roempke -> [Ich bin froh, dass die Mauer nicht mehr da ist. Im Jahre 1979 war ich als Schüler in Ostberlin und habe sie selbst gesehen. Ein ganzes Volk mit damals etwa 20 Millionen Menschen eingesperrt hinter Mauern, Stacheldraht und Todesstreifen mit Sprengminen. Wachtposten, von wo aus den Flüchtenden in den Rücken geschossen worden ist. Alles schon vergessen? Herr Calmund, noch ist es Zeit, sich zu entschuldigen.]
sicherlich war es nicht der optimale weg der frustbewältigung für herrn calmund - zugegeben, ein fettnapf, wenn gleich ich seine meinung teile. wenn ich aber kommentare der art des herrn roemke lese, muss ich lauthals lachen: ooh ein ganzes volk eingesperrt,... ooh stacheldraht und todesstreifen... aber hiess es zzt der mauer nicht jenseits derselben:ein schnitzel für den spitzel.? wenn es damals den euphorischen anreiz gab sein direktes menschliches umfeld einer stasi auszuliefern und statt einer gemeinsamen stimme gegen die lüge und den verrat nur dieser euphorie nachgeeifert wurde, dann kann ich diesem weinen nur mit einem lauten lachen begegnen!
18:17
Wer trägt die deutsche Einheit mit ihren Kosten.
Nur der Sozialkasseneinzahler,der Unternehmer
und Beamte nicht.
14:17
Das Schreiben eines Herrn Calmund ist aus meiner Sicht die schlimmste verbale Entgleisung seit der Vereinigung der beiden Deutschen Staaten! Dieser Mensch sollte, trotz der Möglichkeit der freien Meinungsäußerung, zur Rechenschaft gezogen werden. Wäre dieses Schreiben gegen Minderheiten, z.B. Türken oder Glaubensrichtungen, z.B. Juden, gerichtet worden, würde dieser Geschäftsmann sicher verurteilt werden. Ich selbst bin aus politischen Gründen, mit Inhaftierung in der DDR, Anfang 1986 in den westlichen Teil Deutschlands gekommen und lebe seitdem im Kreis Wesel. Auch wenn ich mit vielen Dingen, die Wiedervereinigung betreffend, sicher nicht einverstanden bin: Für das deutsche Volk war der 9. November 1989 der wichtigste Tag in der jüngsten deutschen Geschichte. Ein Volk gehört nun man zusammen und ist auf Dauer eben von keiner Diktatur zu trennen. Auch darf man niemals vergessen, dass dem Grundgesetz der BRD, die vor der DDR gegründet wurde, immer vorangestellt wurde das deutsche Volk in Frieden und Freiheit wieder zu vereinen! Noch mal zu diesem Herrn Calmund. Er ist sicher nur frustriert darüber, dass er nicht den Weitblick hatte, sich geschäftliche auch auf die neuen Bundesländer auszuweiten und dadurch dieses gewaltige geschäftliche Potential für die Entwicklung seines Unternehmens zu nutzen! Mein Tipp wäre, sich in seinem Alter aus seinem kleinen Laden zurückzuziehen und jüngeren und fähigeren Mitarbeitern eine Chance zur unvoreingenommenen deutschen Entwicklung zu geben! Dipl.-Ökonom Dietmar Bernhardt
21:18
Bravo Herr Calmund,
Sie haben das geschafft, was so manche Stadt- Marketing Agentur nicht schafft. Sie haben Wesel gesamtdeutsch in die Schlagzeilen gebracht.
Ob man für Ihre Tätigkeit als Geschäftsführer Ihres mittelständigen Unternehmens einen gewissen Intellekt benötigt, kann ich nicht beurteilen. Zumindest eine gewisse Lebenserfahrung sollte man mit 63 Jahren erwarten. Offensichtlich besitzen Sie jedoch nichts von beiden.
Mit ein wenig Lebenserfahrung schläft man über Frustereignisse ein, zwei Nächte, bevor man sich zu derartigen schriftlichen Ergüssen hergibt, wie Sie dies taten.
Sicher, wir haben in unserer demokratischen Bundesrepublik Meinungsfreiheit. Jeder kann seine Meinung mit dem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln ausdrücken. Sieht man dies doch wochentags 13:00 Uhr bei den beliebten Schmuddel- Talkshows. Die dort auftretende Klientel merkt (wie Herr Calmund) nicht, dass sie sich selber entblössen und die eigene Beschränktheit schonungslos offenbaren.
Aus dieser Sicht hat der Brief von Herrn Calmund doch etwas gutes...
17:54
Ich bin froh, dass die Mauer nicht mehr da ist. Im Jahre 1979 war ich als Schüler in Ostberlin und habe sie selbst gesehen. Ein ganzes Volk mit damals etwa 20 Millionen Menschen eingesperrt hinter Mauern, Stacheldraht und Todesstreifen mit Sprengminen. Wachtposten, von wo aus den Flüchtenden in den Rücken geschossen worden ist. Alles schon vergessen? Herr Calmund, noch ist es Zeit, sich zu entschuldigen.
14:46
Oha, die tiefste Provinz Wesel hat eine Sensation. Die Stadt am Rhein, so trostlos, mit Ihren hässlichen Bauten, ein ganzer Kreis wurde gar danach benannt, obwohl es attraktivere und größere Städte in diesem Kreis gibt! Ein Geschäft nach dem anderen verschwindet aus der sogenannten Innenstadt Wesels, die Loaklpolitik gleicht dort einer Posse (jeder sollte sich mal die Entwicklung von Wesel vs Bocholt in den vergangenen 15 Jahren ansehen, um nur ein Beispiel zu nennen), doch hier, in Wesel, wo die Zeit seit 1949 stehen geblieben ist, erdreistet sich einer seine Meinung zu sagen. Dort, wo sich Esel und Dolly, das andere und einzige Wahrzeichen Wesels, gute Nacht sagen, hat also jemand was über Ostdeutsche gesagt. Das interessante sind aber gar nicht mal die Aussagen von Hr. Calmund, die ich im weitesten Sinne teile, sondern die hier(teilweise) dummen Kommentare von Leuten, die entweder zu jung sind, um alles wissen zu können, was die Einheit in 19 Jahren mit sich gebracht und gekostet hat, oder zu den ahnungslosen gehören, die sich ihr Wissen/ ihre Bildung über Bild, RTL, SAT1 etc. holen. Oder gar um OSSIS, emigriert in den Westen, die bis heute nicht kapiert haben, dass wir tatsächlich in einer Demokratie mit Meinungsfreiheit leben?! Und an alle Weselaner: ihr habt ganz andere Sorgen: seht euch eure Stadt an, wo sind da eure qualifizierten Meinungsäußerungen? Seid froh, dass Hr. Calmund Steuern, auch für Wesel, zahlt; und all die anderen: in der heutigen Zeit haben wir sicher andere Probleme in diesem Land (und inzwischen auch darüber hinaus).
10:12
Schockierend und wirklich ekelerregend !!
Man kann nur mit Nachdruck unseren
Mitbürgern aus den mittlerweile nicht mehr neuen
Bundesländern mitteilen,dass die Auffassung eines Herrn Calmund in keinster Weise die Meinung der mehrheitlichen Bevölkerung im Westen, respektive hier bei uns am Niederrhein, darstellt !!
Wie kann man nur als Geschäftsführer einen solchen geistigen Schwachsinn von sich geben ?
@ zuschauer : indem man sein Geld bei der Konkurrenz lässt und auch publik macht warum.....
09:40
Ich kann den Frust von Herrn Calmund angesichts der sich häufenden Mailwerbung - und hier vor allem von ostdeutschen Firmen verstehen. Es kümmert sich in Ostdeutschland niemand darüber, dass die Art der Werbung gesetzlich verboten ist. Herr Calmund hat seinem Ärger Luft gemacht und das ausgesprochen, was viele denken. In andere Worte gepackt wurde es schon von vielen auch öffentlich gesagt. Ich finde das Verhalten der Firma Lauterbach skandalös, erst gesetzeswidrig werben und dann ins Fernsehen gehen um auf sich aufmerksam zu machen. Herr Quint sollte seine Vorgehensweise einmal überdenken.
09:27
Ein guter Anwärter für den Eselorden.
05:34
bin auch dafür, daß die Mauer neu gebaut wird und dreimal so hoch - aber nur um die Firma des Herrn Calmund herum