Unternehmen, Landwirte und Private investieren

Die Volksbank Filiale in Dingden                                             .                                                                                                    Foto: Diana Roos
Die Volksbank Filiale in Dingden . Foto: Diana Roos
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Was wir bereits wissen
Volksbank zieht eine positive Bilanz. Gesellschaftlicher Wandel betrifft auch sie

Wesel..  Das Lächeln auf den Gesichtern des Vorstandstrios der Volksbank Rhein-Lippe hat seine Gründe. Die Wirtschaft investiert, die privaten Konsumenten tun es auch, die Bindung zu den genossenschaftlichen Mitgliedern ist intensiv, und so sind die Banker mit der Bilanz für das vergangene Jahr zufrieden. Stillstand gibt es nicht. Einiges wird sich für die Bank ändern.

Ein hoher Beschäftigungsstand, gute Liquidität, eine geringe Insolvenzquote und nicht zuletzt ein anhaltend niedriges Zinsniveau - eine gute Ausgangsbasis, um Geld zu investieren, sagt Vorstandsmitglied Ulf Lange. Investitionsfreudigkeit bei den Unternehmen stellt die Bank fest. Aber auch ein eher noch zunehmendes Problem, das vom produzierenden Gewerbe bis hin zum Handel und den Dienstleistern reicht, nämlich keine Nachfolger zu finden. Die Volksbank bietet dazu wie auch zum Thema Existenzgründung Veranstaltungen an.

Nachdem der Boom bei den Solaranlagen abgeflaut ist, hätten die Landwirte unter den Kunden dennoch „überraschend stark investiert“, so Langes Kollege Gerhard Wölki. Ihr Anteil am aktuellen Kreditvolumen der Bank beträgt rund zehn Prozent.

Wohnen ein Hauptthema

Im privaten Bereich erhielt das Thema Wohneigentum durch die Ankündigung einer höheren Grunderwerbssteuer zusätzlichen Anschub. Auch in Modernisierungen wurde investiert. Die Baufinanzierungen stiegen um 23,3 Prozent auf 95,4 Millionen Euro. 2011 hatten sie bei 58 Millionen gelegen.

Unter diesen Voraussetzungen gingt die Sparquote weiter zurück. Ebenfalls leicht rückläufig sei die Altersvorsorge, so Wölki.

Trotz positiver Effekte: „Das Niedrigzinsniveau ist für die Banken nicht gerade komfortabel“, sagt Gerd Hüsken als Dritter im Bunde. Denn bei der Geldanlage leiden „die klassischen Bankprodukte“, mit denen man kaum so viel gewinnen kann, dass dies die Inflationsrate ausgleicht.

Der Volksbank stellen sich neue Herausforderungen. So aufgrund der demografischen Entwicklung. Fast 40 Prozent ihrer rund 55 000 Kunden, davon etwa jeder zweite genossenschaftliches Mitglied, sind über 55 Jahre alt. Mit 36 000 Beratungen jährlich ist der Bedarf zwar weiterhin hoch, zugleich aber nimmt die Internet-Nutzung auch im Banken-Bereich zu. Das wird zu veränderten Öffnungszeiten führen und dazu, nicht mehr „an jedem Ort intensive Beratung präsent halten“ zu können. Perspektivisch könnte das Online-Banking die Regel und bei Bedarf der Beratungstermin - teils auch zu Hause - die Ergänzung sein.

Weniger kleine Filialen

Bis 2018 will die Bank ihr Filialstruktur nicht verändern. Generell aber werden „die kleinen Filialen draußen weniger werden“, sagt Hüsken. Dingden, gerade zum „Kompetenzzentrum“ umgewandelt, erfahre viel Lob und werde auf Sicht Bestand haben. In Wesel am Großen Markt soll 2016 umgebaut werden - von innen, nicht von außen. Ganz aus der Fläche zurückziehen will die Bank sich nicht. Wölki: „Die Leute wollen den Namen vor Ort noch sehen“.