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Bildung

„Uns stehen hier alle Möglichkeiten offen“

28.01.2016 | 17:46 Uhr
„Uns stehen hier alle Möglichkeiten offen“
Die beiden Schülersprecher Bastian Reßing und Nele Vennemann vor dem Berliner Mauerstück mit einem Bildnis von Nelson Mandela, ehemaliger Präsident von Südafrika.Foto: Gerd Hermann

Schermbeck.   Vom qualifizierten Hauptschulabschluss bis zum Abitur können an der Gesamtschule Schermbeck alle Bildungsabschlüsse erreicht werden. Auf Courage und Toleranz wird besonders großer Wert gelegt.

Nele Vennemann wird in diesem Jahr ihr Abitur an der Schermbecker Gesamtschule ablegen, bei Bastian Reßing soll es im kommenden Jahr soweit sein.

Die beiden Schülersprecher sind auch auf der Zielgeraden ihrer Schullaufbahn froh, dass sie sich entschieden hatten, zur einzigen weiterführenden Schule in Schermbeck zu wechseln.

Beim heute 17-jährigen Bastian stand dieser Wechsel am Ende seiner Grundschulzeit an, die 18-jährige Nele kam von der Dorstener Erich-Klausener-Realschule an die Schermbecker Gesamtschule.

„Uns stehen hier alle Möglichkeiten offen“, begründet Bastian, warum er die Entscheidung, hierher zu wechseln, nach wie vor als „genau die richtige“ bezeichnet. Auch die gute Erreichbarkeit mit dem Fahrrad habe für ihn damals eine Rolle gespielt.

Vor allem aber – neben der Wissensvermittlung – der Umgang von Lehrern und Schülern: „Jeder wird bei uns freundlich und mit Respekt behandelt. Und wir lernen andere Sichtweisen zu verstehen und zu akzeptieren.“

Toleranz sei ein hohes Gut – auch und gerade im Schulleben. Deshalb bezeichnet sich die Schermbecker Gesamtschule nicht umsonst als „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage.“

Auf jeden Schüler einzeln eingehen

Dieses Motto kann Nele voll und ganz bestätigen: „Es passiert nicht oft, dass jemand quer schießt.“ Sie belegt die Leistungskurse Mathe und Bio und sieht es als großes Plus, dass „die Lehrer auf jeden Schüler einzeln eingehen“. Dennoch werde man in der Oberstufe animiert, seinen eigenen Weg zu gehen.

Norbert Hohmann ist seit fast zehn Jahren hier Schulleiter. Foto: Gerd Hermann

Rund 1200 Schüler besuchen aktuell die Schermbecker Gesamtschule. Diese Größenordnung sei pädagogisch sinnvoll, gut überschaubar und ermöglicht die notwendigen Differenzierungen und Wahlmöglichkeiten, heißt es.

Die Erfolge können sich auch im Vergleich zu anderen Schulen sehen lassen: Durch das Zentral-Abitur zeigt sich, dass die Hochschulreife der Schermbecker Gesamtschule sogar im Notendurchschnitt der Gymnasien liegt.

Doch auch Betriebe am Ort und aus der Region bemühen sich intensiv um Schüler, die nicht vorhaben, nach der Schulzeit ein Studium zu beginnen.

Mehrere Schwerpunkte

Einige Schwerpunkte zeichnen die Schermbecker Gesamtschule besonders aus: Die Naturwissenschaften werden intensiv gefördert, Ausstattung, Räume und Methoden sind auf dem neuesten Stand, und internationale Kontakte werden fortlaufend erweitert und vertieft.

Die gute Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern und Schülern führt zu vielen bejubelten Theater- und Musicalaufführungen. Intensive Berufswahlvorbereitung hilft den Gesamtschülern nach der Schule weiter.

Letzte Vorbereitungen für den Fuel-Cell-Wettbewerb - auch eine Aktivität der Schermbecker Gesamtschule. Foto: pr

Seit fast zehn Jahren ist Norbert Hohmann bereits Schulleiter hier: „Wir sind allen Menschen, die vor über 25 Jahren die mutige, richtungsweisende Entscheidung in Schermbeck getroffen haben, unsere Schule zu gründen, sehr dankbar. Denn so ist eines gelungen: Eine Schule für alle Kinder aus Schermbeck in Schermbeck aufzubauen, an der alle Bildungsabschlüsse erworben werden können, die in Deutschland zu vergeben sind – vom qualifizierten Hauptschulabschluss bis zum Abitur!“

Eine Schule für alle eben.

Anforderungen immer komplexer

Schulleiter Hohmann ergänzt: „Die Anforderungen an unsere Schüler in einer immer komplexer werdenden Welt wachsen stetig.“ Somit wachse für sie auch die Notwendigkeit, auf der Basis einer soliden Grundbildung Fähigkeiten zu entwickeln, die sie befähigen, äußerem Wandel einerseits flexibel zu begegnen und ihn andererseits aktiv mitzugestalten.

„Selbstständigkeit“, „Kooperationsfähigkeit“ und „Prozessorientierung des Unterrichts“ sind die Schlagworte, die Lernen und Lehren in Zukunft nachhaltig bestimmen würden.

In diesem Zusammenhang verweist Schülersprecherin Nele Vennemann auf eine Initiative aus der Schülerschaft, die sich „Schüler für Schüler“ nennt. Dabei geben ältere Gesamtschüler Jüngeren Nachhilfe – rund 40 bis 50 jugendliche „Nachhilfelehrer“ sind aktuell aktiv.

Auch Nele selber war hier bereits zusammen mit Mitschülern aktiv: „Das funktioniert meist richtig gut.“

Johannes Kruck

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2016-01-28 17:46
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