Unfallgefahr nach Lkw-Leck auf der B8 noch immer groß

Der Verkehr ist auch Stunden nach der Reinigung noch schleppend: Statt Tempo 60 dürfen nur 30 km/h gefahren werden.
Der Verkehr ist auch Stunden nach der Reinigung noch schleppend: Statt Tempo 60 dürfen nur 30 km/h gefahren werden.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nachdem ein Lkw-Fahrer auf der B8 am Donnerstagabend eine matschige Substanz verloren hatte, musste eine Spezialreinigungsfirma anrücken. Die Folge: Vollsperrung, viele Umleitungen, lange Staus und Tempo 30

Wesel..  Um kurz nach 22 Uhr am Donnerstagabend ging ein Anruf bei Gisela Bienert ein. Am anderen Ende: die Weseler Feuerwehr. Die Geschäftsführerin der Spezialreinigungsfirma Jackels A&O aus Krefeld müsse umgehend Mitarbeiter zur B8 schicken. Es bestehe erhöhte Unfallgefahr. Ein Lkw-Fahrer einer Spedition aus Hünxe hatte am Abend gegen 20.20 Uhr eine schmierige, dunkle Substanz verloren, die zur Herstellung von Biodiesel-Kraftstoff benötigt wird.

Die Folge: Die Fahrbahn wurde spiegelglatt und somit unbefahrbar – Vollsperrung der gesamten Strecke zwischen Luisenstraße und Frankfurter Straße bis in die Morgenstunden. Noch Stunden später mahnt das ebenfalls beteiligte Ordnungsamt zu äußerster Vorsicht. Denn trotz Reinigung bestehe eine Restgefahr, vor allem für Motorradfahrer. Die Feuerwehr in Wesel befürchtet sogar erneute Rutschgefahr, sollte die Fahrbahn nass werden.

Bundesstraße lange Zeit dicht

Aus Sicherheitsgründen wurde deshalb vorerst eine Tempo-30-Zone auf der Strecke zwischen Luisenstraße und Frankfurter Straße eingeführt, „bis alles abgetrocknet ist“, erklärt Fachfrau Gisela Bienert. Die übliche Geschwindigkeitsgrenze liegt dort bei 60 km/h.

Bis 10.50 Uhr am Freitagmorgen ging nichts mehr auf der viel befahrenen Bundesstraße 8, die gut 1000 Quadratmeter große Fläche musste erst komplett gereinigt werden, bevor die Strecke wieder befahren werden konnte. Autofahrer wurden gebeten, den Hammweg beziehungsweise die Weseler Straße, Dinslakener Straße und Schermbecker Landstraße weiträumig zu umfahren. Das Ordnungsamt stellte Schilder auf, um auf Umleitungen hinzuweisen.

Kilometerlange Staus

Trotz der Hinweise wurde der morgendliche Verkehr stark beeinträchtigt: Kilometerlange Staus bildeten sich in den frühen Morgenstunden, die sich ebenfalls auf den Verkehr der Autobahn A3 auswirkten. In beiden Fahrtrichtungen standen Lkw und Pkw teilweise regungslos noch Kilometer vor der Ausfahrt Wesel auf dem Seitenstreifen, um den übrigen Verkehr nicht zu gefährden.

Die matschähnliche Flüssigkeit, die sich auf der großräumigen Straßenfläche breitgemacht hatte, stellte sich später als Emulsion – ein Gemisch aus zwei unterschiedlichen Substanzen – in Bioform auf Gelatine-Basis heraus. Die gesamte Nacht hindurch, von kurz nach Mitternacht bis um 8.20 Uhr in der Früh, versuchte das Jackels Team die Substanz vollständig zu entfernen.

Ölspurreinigungsmaschine im Einsatz

Eine Ölspurreinigungsmaschine trägt bei derartigen Reinigungsarbeiten ein Gemisch aus 150 Grad kochendem Wasser und chemischen „Ölfressern“ auf den Asphalt auf und saugt das Produkt parallel wieder ab.

Doch die chemische Reinigung sei nie 100-prozentig sicher, mahnt Geschäftsführerin Gisela Bienert, vor allem nicht, wenn sie in der Nacht nur mit Hilfe einer Lichtanlage durchgeführt wird. Nach den Reinigungsarbeiten war die Fahrbahn jedoch wieder griffig.