Um 2.30 Uhr ist die Nacht zu Ende

Beim ASG warten die Streufahrzeuge auf ihren Einsatz. Dann rückt der Winterdienst aus, wenn die Stadt noch schläft.
Beim ASG warten die Streufahrzeuge auf ihren Einsatz. Dann rückt der Winterdienst aus, wenn die Stadt noch schläft.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Sollte der Winter kommen, ist der kommunale Betrieb ASG in Wesel gerüstet. 16 Leute stehen bereit. 500 Tonnen Streusalz liegen auf Lager.

Wesel..  Wirklicher Winter war das bislang nicht. Matschwetter - ein paar Schneeflocken, mitunter morgens überfrierende Nässe. Dennoch: 16 Leute stehen beim ASG bereit, sollte sich das Wetter tatsächlich noch der Jahreszeit anpassen. Sie stehen nach Feierabend in Rufbereitschaft, um bei Bedarf die zwölf Winterdienstfahrzeuge in Bewegung zu setzen - zwei Lkw, zwei Unimog - jeweils mit Schneeschild und Streuer - ein kleiner Trecker für die Radwege und sieben Kleintraktoren.

Am Wochenende nach Weihnachten hat sich diese Flotte bereits in Bewegung gesetzt, am Neujahrstag und am 4. Januar. Damit das System reibungslos funktioniert, startet jeden Morgen um 2.30 Uhr in der Frühe der so genannte Aufsichtsführende seine Kontrollfahrt. „Spätestens um 3.30 Uhr müssen bei Schnee und Glätte die Fahrzeuge auf der Straße sein, um bis 7 Uhr fertig zu werden“, erläutert Sandra Kämmerer vom ASG. Aufsichtsführender ist ein harter Job. „Wir wechseln uns ab und kommen nur alle sechs Wochen an die Reihe“, so Kämmerer, „das ist nicht so schlimm“.

Gefülltes Salzlager

Wie ASG-Chef Ulrich Streich mitteilt, liegen bereits 500 Tonnen Streusalz auf Lager, 400 stehen, sollte es wirklich hart kommen, auf Abruf bereit. Der Winter kann kommen. Allerdings: „Bei starken und anhaltenden Schneefällen bitten wir jedoch um Verständnis, dass unsere Kapazitäten begrenzt sind und wir nicht überall sofort im Einsatz sein können“, so Streich. Dann konzentrieren sich die Arbeiten auf verkehrswichtige und gefährliche Straßen, Hauptverkehrswege, Steigungen, Brücken und Kreuzungen, wie das Gesetz es vorschreibt.

Salz schadet der Umwelt, deshalb ist es Bürgern nur in Ausnahmefällen erlaubt, es zu streuen. Der ASG holt sich Hilfe durch Straßenwetterinformationen, um den richtigen Zeitpunkt für das Streuen zu ermitteln. Moderne Fahrzeugtechnik ermögliche die exakte Dosierung. Privatleute dürfen auftauende Mittel nur an besonderen Gefahrenstellen wie Treppen, Rampen, Brücken, starken Steigungen oder ähnlichen Lagen einsetzen. Sonst sind nur abstumpfende Mittel zulässig. Der ASG hat an 41 Standorten im Stadtgebiet Wesel Streusandkisten aufgestellt, ein Serviceangebot, denn Weseler können sich daran nach ihrem Bedarf bedienen. Eine Liste zu den Standorten findet sich im Internet unter www.asgwesel.de Grundstückseigentümer sind dazu verpflichtet, zu räumen und zu streuen: wochentags muss der Gehweg bis 7 Uhr frei sein, an Wochenenden bis 9 Uhr. Und die Tücke liegt im Detail: normale Gehwege müssen mindestens auf einem Meter breite rutschsicher sein. Wer keinen Gehweg hat - in verkehrsberuhigten Zonen beispielsweise - darf sich dennoch nicht drücken. Hier muss ebenfalls ein ein Meter breiter Streifen geräumt werden, in Fußgängerzonen sogar 1,50 Meter.

105 Straßenkilometer

Während Grundstückseigentümer in der Regel nur wenige Meter zu schüppen haben, absolvieren die ASG-Leute 105 Straßenkilometer, 45 Kilometer Radwege und weitere 47 Kilometer Gehwege.

Übrigens: Um 20 Uhr endet die Räum- und Streupflicht für Privatleute wie für den ASG: Nachts müssen alle Verkehrsteilnehmer, auch Fußgänger, mit Glätte und Schnee rechnen. Nur in absoluten Ausnahmefällen rückt die Winterkolonne dann noch aus. „Bei Eisregen beispielsweise. Aber nur auf Zuruf der Polizei“, erklärt Sandra Kämmerer.