Über 100 Polizisten suchen Judith
11.02.2009 | 22:00 Uhr 2009-02-11T22:00:00+0100
Das Fahrrad der 14-Jährigen ist am Mittwochmorgen von der Besatzung des Polizeighubschraubers an der Anlegestelle der Lippefähre gefunden worden. Doch von der Schülerin fehlt bislang jede Spur.
Fahrzeug für Fahrzeug rollt über die RWE-Straße Richtung Umspann-Anlage, Polizisten auf Motorrädern, Beamte in Zivil – sie alle haben nur ein Ziel. Sie suchen nach der 14-jährigen Schülerin Judith Spiller. Am Vormittag hatte die Besatzung des Polizeihubschraubers das Trecking-Rad der Gymnasiastin an der Anlegestelle der Lippefähre entdeckt. Sorgfältig abgestellt und abgeschlossen. Für die Experten der Polizei ein Indiz, dass die Vermisste noch lebt.
Dafür könnte auch die Aussage eines Mannes sprechen, der Judith am frühen Mittwochmorgen auf dem Marktplatz in Rheinhausen gesehen haben will. Sie habe ihn angesprochen und um Geld gebeten. Das Mädchen habe einen sehr verschüchterten und ängstlichen Eindruck gemacht, berichtete der Zeuge. Dass er sich erst am Nachmittag bei der Polizei in Wesel meldete, erklären die Beamten damit, dass der Mann auf dem Nachhauseweg von der Arbeit durch Plakate mit der Suchmeldung von Judith an den Vorfall vom Morgen erinnert worden sei.
Zurück zur Suche in Wesel. Im Verlauf des Mittags wird die Zahl der Polizisten an der RWE-Straße immer größer. Neben den Kräften aus dem gesamten Kreis kommt eine Polizeihundertschaft aus Wuppertal dazu und spezielle Suchhunde aus Dortmund. Polizeihauptkommissar Wilhelm Klump, Leiter der Weseler Wache, holt alle Einsatzkräfte vor dem Tor der Umspann-Anlage zusammen und gibt den aktuellen Stand der Ermittlungen bekannt. Judith sei am Montagnachmittag zum letzten Mal an einer Tankstelle an der Schermbecker Landstraße gesehen worden. Inzwischen habe sich auch eine Freundin gemeldet. Die Freundin sei sich sicher, dass Judith sie am Montagnachmittag angerufen habe. „Es geht mir gut”, hatte eine Mädchenstimme übermittelt. Die Nummer der Anruferin sei ihr jedoch nicht bekannt gewesen, hat die Zeugin der Polizei berichtet.
Während die Beamten aus dem Kreis Wesel die Bereiche rund um den Reitplatz absuchen, ist die Einsatzhundertschaft aus Wuppertal in dem anderen Teil des Waldes unterwegs. Mittlerweile ist auch Christiane Liebeck eingetroffen, die mit ihren Hunden Tos und Cana auf ganz spezielle Weise Menschenspuren sicher verfolgen kann. „Mantrailing” heißt diese Art der Suche. An der Bank, an der das Rad von Judith Spiller gefunden wurde, nimmt der erste Hund sofort die Spur auf und zieht weiter in Richtung Underbergsheide. Doch hier scheint sich die Spur zu verlieren. Auch der zweite Hund, der am Nachmittag durch die Dortmunder Trainerin eingesetzt wird, bringt die Beamten nicht ihrem Ziel näher, die Vermisste zu finden. Mit Einsetzen der Dunkelheit wird die große Suchaktion ergebnislos abgebrochen.
Seit Montagvormittag gilt die 14-jährige Schülerin Judith Spiller als vermisst. Um die Eltern, die in großer Sorge um ihre Tochter sind, kümmern sich seit Dienstag die Opferschutzbeauftragten der Kreispolizei. Die Eltern werden zudem bei der Suche von Organisationen unterstützt, die mit Flugblättern großräumig auf das Verschwinden der Jugendlichen aufmerksam machen. So hatte sich auch der Rheinhausener Zeuge bei der Polizei gemeldet.
Nicht nur die rund 100 Polizeibeamte haben gestern nach der 14-jährigen Schülerin gesucht. Werner Möllmann, über viele Jahre Leiter der Polizei in Wesel, hat seine Mithilfe als Vorsitzender des Hegerings Wesel angeboten und Hinweise auf mögliche Aufenthaltsorte gegeben. Reiter von Gut Aap und Gut Vinkel machten sich ebenfalls auf den Weg, um in den Obrighovener Wäldern Ausschau nach der Jugendlichen zu halten. Am Dienstag hatten Polizeibeamte auch schon auf Reiterhöfen in Brünen nach Judith gesucht. Dorthin könnte die Weselerin durch Schulkameradinnen Kontakt haben, lauteten die Überlegungen der Polizei.
Die Suche nach der 1.65 Meter großen Schülerin, die schulterlanges, dunkelblondes Haar hat und am Tag ihres Verschwindens mit einer Jeans, einer dunklen Jacke und Sportschuhen (Chucks) bekleidet war, geht weit über die Grenzen Wesels hinaus. Polizeibeamte haben ihre Ermittlungen sowohl auf das Centro in Oberhausen als auch Einkaufszentren in Duisburg und Essen ausgedehnt. Bis gestern Abend ohne Erfolg. Deshalb wird die Bevölkerung nochmals um Mithilfe gebeten. Wer Judith Spiller gesehen hat oder Hinweise zu ihrem Aufenthaltsort geben kann, sollte sich bei der Zentralen Kriminalitätsbekämpfung Wesel melden: 0281/1070.
18:09
Zusatz : Das Foto steht doch auch unten unter der Rubrik Niederrhein.
13:34
Steht doch in allen Zeitungen.
13:13
doch, hier: http://blaulichtreporter.de/
12:04
Gibt es denn keine Bilder oder Fotos von Judith irgend wo zu sehen?