Treffpunkt der Jäger und Sammler

Britta und Christian Josten stöberten in der Niederrheinhalle, um ihre Keramik-Sammlung zu erweitern.Foto:Gerd Hermann
Britta und Christian Josten stöberten in der Niederrheinhalle, um ihre Keramik-Sammlung zu erweitern.Foto:Gerd Hermann
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Trödel in der Niederrheinhalle zieht ein besonderes Publikum an. Suchende Blicke entlang der Stände. Mit dabei war Britta Josten. Sie sammelt mit Leidenschaft Bunzlauer Keramik.

Wesel..  Kaufen, was das Herz begehrt und was es nicht im traditionellen Einzelhandel oder gar beim europaweit agierenden Onlinehändler gibt - das konnten am Sonntag wieder viele hundert Besucher beim Trödel- und Sammlermarkt in der Niederrheinhalle.

Im großen Saal und auch auf dem Parkplatz davor hatten Trödler und Händler ihre Stände aufgebaut. Da wurde Omas Kerzenleuchter, natürlich aus echtem Silber, angepriesen. Eine goldene Taschenuhr aus den 30er Jahren mit Olympiaemblem hinter Glas vor allzu neugierigen Blicken und Händen ausgestellt. Viele hundert DVD, CD, LP und Singles zum Kauf angeboten sowie Spielzeug und Modellwaren ausgestellt.

Wer wollte, konnte in alten Büchern schmökern und warme Pelzmützen und -mäntel anprobieren. Handwerkerkram inspizieren und unzählige Glas- und Porzellanwaren bestaunen, um nur wenige Aspekte des reichhaltigen Angebotes zu nennen. Auf der Suche nach Keramik war auch Britta Josten (43) aus Flüren. Begleitet von Ehemann Christian (44) stöberte sie mit zielsicherem Blick durch die Reihen der Händler, immer auf der Suche nach Bunzlauer Keramik.

Gesucht: Schnäpperken

„Ich benutze das alltäglich im Haushalt. Das ist einfach schön“, erklärt sie. „Ich glaube, heute habe ich kein Glück“, sagt sie recht bald, nachdem sie sich einen ersten Überblick verschafft hatte. Eines ist ihr auf dem Trödelmarkt ganz wichtig: „Ich kaufe nur, wenn der Preis stimmt. Der muss gut sein.“ Gut ist in diesem Falle zum Beispiel, wenn der Händler gar nicht weiß, was er da gerade für einen kleinen Schatz verkaufen will. „Da habe ich schon so manches Schnäpperken machen können“, sagt sie und lacht.

Das ist wohl genau der Grund, warum sie und so viele andere Sammler den Aufwand nicht scheuen und Wochenende für Wochenende, Markt für Markt, auf die Suche nach den Objekten ihrer Leidenschaft gehen. „Ich habe schon eine Bunzlauer Kaffeekanne, Kerzenleuchter, Teekanne mit Stövchen, Eierbecher, Servierschalen, Teller, Tassen und natürlich auch wunderschöne Dekoware, beispielsweise ein kleines Bunzlau-Entchen. „Die Keramik, meist blau und mit weißen Punkten gestaltet, stammt aus Polen. Besonders schön sind natürlich die alten Teile, aber ich kaufe auch neue Ware“, so die Sammlerin.

Angefangen hatte die Leidenschaft vor 15 Jahren bei einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Köln. „Die Teekanne und das Stövchen waren die ersten Teile“, erinnert sich Ehemann Christian Josten. „Und wenn es bei uns zu voll wird, dann geben wir auch schon mal was ans „KaDeDi“ (Kaufhaus der Diankonie) ab. Dann ist wieder Platz für neue Dinge“, berichtet er schmunzelnd und freut sich über die immer wieder faszinierende Sammelleidenschaft seiner Frau. „Man findet eben immer wieder mal ein schönes Teil.“ So zeigt sich der Urinstinkt „Jäger und Sammler“ in seiner angenehmen Variante. Ob es irgendwann ein Ende der Bunzlau-Sammellust geben wird, kann Britta Josten nicht sagen. Die Antwort des Ehegatten ist da präziser: „Ich hoffe bald!“ Auf jeden Fall wird es ein reges Familienthema bleiben und ein Stöbern auf dem nächsten Trödel- und Sammlermarkt in der Niederrheinhalle steht für Familie Josten und viele andere schon jetzt fest.