Trauer um Herta Böttner

Foto: NRZ Marc Albers

Wesel..  Herta Böttner, Wesels engagierte Schaustellerin, ist am 25. Dezember im Alter von 69 Jahren gestorben. Obwohl sie seit einiger Zeit erkrankt war, kam ihr Tod für die Familie unerwartet.

Böttner war Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schausteller des Kreises Wesel und stets unterwegs, um für ihre Kollegen gute Bedingungen im zunehmend schwerer werdenden Gewerbe zu erreichen. So kämpfte die Organisatorin der Maikirmes und der PPP-Tage in den vergangenen beiden Jahren darum, den Jahrmarkt wieder von den Rheinwiesen zurück in die City zu verlegen, erarbeitete gemeinsam mit der Feuerwehr die Sicherheitspläne, plante akribisch wo welcher Stand aufgebaut werden darf und welche Rettungswege frei bleiben müssen – viel Arbeit. Darüber hinaus sorgte die engagierte Weselerin dafür, dass die Schausteller, die in der Saison über ganz Deutschland verteilt sind, im Gespräch blieben, knüpfte auch europaweite Kontakte. Im November 2012 empfing Papst Benedikt eine Delegation europäischer Schausteller, unter ihnen Herta Böttner.

Dass manche Weseler Familien es sich nicht leisten konnten, ihren Kindern eine Karussellfahrt zu bezahlen, schmerzte die zweifache Mutter und Großmutter. So begann sie, bei den Betreibern der Fahrgeschäfte Freifahrtchips zu erbitten, die sie an die Stadt für bedürftige Kinder weiterreichte.

Die Schaustellerei war Herta Böttner nicht in die Wiege gelegt: In Isselburg aufgewachsen, machte die junge Frau zunächst eine Ausbildung in einer Schneiderei, als sie auf der Kirmes Schausteller Franz Böttner kennen lernte. Im kommenden Jahr wollte das Paar Goldene Hochzeit feiern. Herta Böttner hinterlässt ihren Mann, zwei Töchter und zwei Enkelkinder.