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Trauer um Eva Pankok

16.02.2016 | 19:14 Uhr
Trauer um Eva Pankok
Eva Pankok im Juli 2015 im blauen Zimmer.Foto: Heinz Kunkel

Hünxe.   Eva Pankok ist tot. Sie starb am heutigen Dienstag in einem Weseler Krankenhaus. Die Tochter von Otto Pankok wurde 90 Jahre alt.

Eva Pankok, die das Werk ihres Vaters Otto über viele Jahrzehnte im Haus Esselt in Drevenack pflegte und bewahrte, ist tot. Sie starb am Dienstag im Alter von 90 Jahren in Wesel.

Hingebungsvoll hat sie sich um das Erbe des Künstlers gekümmert, hat weiter im Sinne ihrer Eltern gehandelt. Der Expressionist, der unter den Nationalsozialisten Berufsverbot hatte, und ihre Mutter, die Journalistin und Verlegerin Hulda Pankok, die sich beispielsweise für die Rechte der Frauen einsetzte, waren ihr ein Leben lang Vorbild.

Eva Pankok bewahrte die Verbindungen ihrer Eltern zu Menschen jeglicher Nationalität und Herkunft. Unter anderem pflegte sie Kontakte zu vielen Sinti, denen Otto einen großen Teil seiner Arbeiten gewidmet hat. Einige entstanden auf dem Düsseldorfer Heinefeld, andere in Montenegro. Freundschaften wurden stets gepflegt, immer wieder kamen Bekannte und Freunde auch zu den regelmäßigen Ausstellungseröffnungen am Otto-Pankok-Weg.

Die Otto-Pankok-Stiftung würdigt Eva Pankok als unersetzlichen Verlust. „Ihr unerschütterlicher Humanismus, ihre Menschenliebe und engagierte Vermittlung von Werk und Gesinnung ihrer Eltern werden Leitbild für die Fortführung der Arbeit der Stiftung sein“, heißt es. Vor gut einem Jahr erfuhr Eva Pankok eine besondere Ehrung ihrer Eltern. Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem verlieh ihnen den Titel „Gerechte unter den Völkern“. Sie hatten während der Nazizeit die jüdische Schauspielerin Brunhilde Barz und ihren Ehemann, den Maler Mathias Barz, versteckt. Eva hatte ihnen ihr Jugendzimmer überlassen.

Eva Pankok wird vielen fehlen. Ihre lebendig erzählten Erinnerungen waren immer ein Genuss. Bei unseren Besuchen, die mindestens zweimal im Jahr zu den Sommer- und Winterausstellungen stattfanden, wusste sie stets etwas Neues zu berichten. Immer wieder spielte die Liebe zur Natur und zur Kreatur eine Rolle, Mensch wie Tier wurden von Vater und Tochter stets geachtet. Die glücklichen Hühner, die den Besuchern des Museumsgeländes mit dem altehrwürdigen Haus Esselt aus der Zeit um 1700 über den Weg laufen, sind ein Zeichen dafür.

Meist empfing Eva Pankok ihre Gäste am schweren Holztisch im blauen Zimmer. Sie saß dann auf einem der von ihrer Mutter entworfenen Holzstühle mit dickem Polster und erzählte. Sie erzählte von den Bildern ihres Vaters, von seinen Begegnungen und seinen Vorlieben. Obwohl man dem Mann nie begegnet ist, schaffte sie es, das Gefühl zu vermitteln, als ob man ihn gut kennen würde.

„Schöner geht nicht“, hat sie einmal über ihren Wohnsitz inmitten alter hoher Bäume gesagt, dem sie nur im Sommer den Rücken kehrte. Dann ging es - auch noch im vergangenen Jahr - in die französische Vaucluse, im Herzen der Provence, wo sie in Le Grand Clermont ein Haus hatte. Dort fand sie die nötige Ruhe zum Malen.

Petra Herzog

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2016-02-16 19:14
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