Träumen mit Wolfgang Manz

Der international gefragte Pianist Wolfgang Manz.
Der international gefragte Pianist Wolfgang Manz.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Pianist entführte die Zuhörer aus dem Bühnenhaus in die Welt der Klänge

Wesel..  Seit über 40 Jahren ist er ein Virtuose am Klavier. Er hat sich diesem Instrument aus Tasten und Saiten verschrieben, ist eins mit ihm geworden. Am Freitagabend war Wolfgang Manz im Rahmen der Konzertsaison des städtischen Musikvereins Wesel zu Gast im Bühnenhaus und verzauberte das Publikum mit Darbietungen der deutschen und russischen Romantik.

Farbenfroh erklangen die ersten Takte des Opus 76 von Johannes Brahms. Acht Capriccio und Intermezzi des Komponisten, der im 19. Jahrhundert in Norddeutschland gelebt hat und oft als „Nachfolger Ludwig van Beethovens“ gehandelt wird, spielte Manz. Mit reinen, beschwingten Abfolgen schaffte er es, das Publikum mit auf eine Reise zu nehmen, die die Gedanken schweifen ließ. Ruhe und Gelassenheit verbreiteten sich. Ein steter Wechsel zwischen Capriccio, jener freiheitsliebenden Form, die in diesem Fall meist in Moll gehalten war, und dennoch leichtfüßig da-herkam, und den kurzen Zwischenspielen erzeugte eine unbeschreibliche Atmosphäre, die den Abend im Bühnenhaus zu einem Ohrenschmaus werden ließ.

Fast nahtlos griff das Klavierstück op. 119 diese Grundstimmung auf. Verspielt lebhaft und mit wechselnden Rhythmen und Klangfarben schaukelte sich das Werk hoch, bis es in der Rhapsodie Es-Dur sein stimmungsvolles Finale fand.

Nach er Pause wechselte Manz von der deutschen Romantik hin zur russischen. Er wählte Stücke des russischen Pianisten Sergeij Rachmaninov. Es ist ein andere Stil als der des deutschen Komponisten Brahms, doch nicht weniger melodisch. Fast schon wie ein Weckruf kommen einem die Werke „Flieder“ op. 21/5, „Margariten“ op. 38/3 und „Gopak“ nach Mussorgski vor. Fröhlich flott, gewaltig und kraftvoll. Wie ein sommerliches Unwetter rollen die Abfolgen herein, doch die Sonne setzt sich durch, das Thema, die Melodie vertreibt die dunkleren Klänge und setzt sich fest.

Fünf Nummern aus dem ta­bleaux op. 39 spielte Manz und ließ so leichte Träume entstehen. Er fasziniert das Publikum im Bühnenhaus. Viel zu schnell schien alles vorbei. Doch Wolfgang Manz hatte noch ein besonderes „Betthupferl“: eine Arabeske von Robert Schumann als weiteres Beispiel für die deutsche Romantik, die seinen Zuhörern noch lange im Ohr bleiben wird.