Tourismusmanager muss warten

Schermbeck..  Mit Befremden, so die Grünen im Schermbecker Rat, nehme man zur Kenntnis, dass die Gemeinde eine frei werdende Stelle mit einem Tourismusmanager besetzen will, obwohl das Sozialamt einen Antragsstau hat. Die Bündnisgrünen fordern, alle Aktivitäten zur Schaffung einer Planstelle im Bereich Tourismus einzustellen. Eine durch Umbesetzungen in der Gemeindeverwaltung frei gewordene Stelle solle umgehend mit einer Fachkraft für das Sozialamt besetzt werden.

In einem interfraktionellen Gespräch im Januar hatte Rexfordt den Fraktionen mitgeteilt, dass diese Stelle geschaffen werden kann. Und dass sie für die Aufgabe eines Tourismusmanagers ausgeschrieben werde. Im gleichen Gespräch, so die Grünen, sei klar geworden, dass es im Sozialamt aufgrund unzureichender Personalausstattung erhebliche Rückstände bei der Bearbeitung von Anträgen im Bereich SGB XII gebe. Unterhaltsüberprüfungen würden schon seit Jahren nicht mehr durchgeführt.

Das bedeute nicht nur einen „nicht zu beziffernden Einnahmeverlust für die Gemeindekasse“, so die Grünen. Die Schleppende Antragsbearbeitung habe Folgen für die Antragsteller. So warten Bewohner des Altenheims vergeblich auf die Auszahlung ihres Taschengeldes.

Auch die Fachaufsicht des Kreises Wesel habe festgestellt, dass die Anzahl der Mitarbeiter im Sozialamt nur ausreichend sei, um die Anträge von Hilfeempfängern ohne Asyl zu bearbeiten. Um angelaufene Rückstände zu meistern, sei die Personaldecke zu dünn. Die Grünen seien „der Ansicht, dass im Mittelpunkt der Verwaltungsarbeit und der politischen Entscheidungen der Mensch stehen sollte und in diesem Fall die unterstützungsbedürftigen Antragssteller“.

Erst, wenn der Antragsrückstand abgearbeitet sei, solle überprüft werden, inwieweit das Sozialamt - auch mit Blick auf weitere Asylbewerber - in der Lage ist, ohne die zusätzliche Kraft die anstehende Arbeit zu bewältigen. Dann könne man an den Tourismus denken.