Das aktuelle Wetter Wesel 12°C
Karneval

Tatütata, die Feuerwehr war da

15.02.2010 | 18:18 Uhr
Tatütata, die Feuerwehr war da

Wesel. Brennen sollte es gestern besser nicht in Bislich. Das schlossen die Jecken am Wegesrand des Rosenmontagszugs messerscharf, als gleich zwei Wagen mit Feuerwehrleuten an ihnen vorbeidüsten.

Mit Sirene und Martinshorn machten sie auf sich und ihre missliche Parkplatzsituation rund um das Feuerwehrgerätehaus aufmerksam. Und so reimten die Bislicher Edelknaben auf ihrem Gefährt: „Die Politik versprach Parkplätze hinterm Gerätehaus, doch nach der Wahl wird nichts draus.” Darauf mussten die Herren, die mit dem Nummernschild „BI – 112” durchs Dorf tuckerten, erstmal ihren Durst löschen.

Die Konkurrenz nahte am Ende der Karnevalskarawane. „Die Lüdellüts” machten sich für eine Tiefgarage stark. Denn: „Die Feuerwehr parkt jetzt in Mehr”. Da nutzte auch die Zauberschul-Zweigstelle Bislich „Hogwarts” nichts, mit der das örtliche Tambourkorps unterwegs war.

Ganz andere Sorgen haben die „Faces of Asia” (Gesichter Asiens). Das sind ehemalige Jungschützen, die als Senftuben schunkelten. Denn: „Ob Pizza oder Bislicher Hof, das Essen im Dorf war meistens doof”, resümierten diese Jecken. „Wer will schon Schnitzel aus der Mikrowelle? Wir braten frische Wurst an Ort und Stelle.”

Alles Käse war dagegen bei „De Neje Naberschopp”, deren Mitglieder als löchriger Leerdamer vom verschneiten Deich herunterkamen. Die Nähe zur holländischen Grenze mag ein Beweggrund gewesen sein. Denn die durch Baggerseen wie ein Käse durchlöcherte Landschaft hatten sie bei ihrer Verkleidung nach eigenen Angaben nicht im Sinn.

„Flotte Bienen” surrten ebenfalls wieder durch die Bislicher Straßen. Sie nahten als Außerirdische mit viel Silber und Blau. Ihr Motto: „Hier fehlen die Moneten, auf zu anderen Planeten.” Der Nachwuchs der flotten Bienen ist mittlerweile flügge und machte als Blue Men Group auf sich aufmerksam.

Die Landjugend wiederum amüsierte sich über den Metallpolizisten, der seit dem Sommer die Dorfstraße ziert. „Der Schilderpolizist passt darauf auf, dass keiner fährt dem anderen drauf.” Dem System „Rechts vor links” geben die jungen Leute übrigens keine Chance.

Und über allem wachte der Aufsichtsrat, seriös in dunkle Anzüge gehüllt und mit rot-weißer Narrenkappe auf dem Kopf. Aufsichtsrat statt Elferrat also. Und der stand für die Steueroase Bislich mit der Bad Bank Bislich. Dahinter steckte „Die Wilde 13”, die mit hochprozentigen Anlagen warb – mindestens 4,8 vol %.

Bei Kälte und Schnee schunkelten sich die Bislicher nach und nach warm. Da kamen junge Mütter mit Kinderwagen als Feuerwehrfrauen verkleidet, Hippies mit blumigen Schlaghosen und toller Tolle prosteten sich zu, und die 70er Jahre wurden wieder lebendig...

Petra Herzog

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2583339/create

Aktuelle Fotos und Videos
Eselrock
Bildgalerie
Festival
KuBa Festival
Bildgalerie
Kulturbahnhof
Drachenbootregatta
Bildgalerie
Drachebootrennen
Frühlingstreff
Bildgalerie
Dingden
Aus dem Ressort
Neue Schule: CDU will sich nicht festlegen
Schule
Die Ratsfraktion möchte dem Elternwillen nicht vorgreifen. Sekundarschule und Gymnasium sind möglich
SPD-Ratsherr fordert Überwachung
Politik
Für eine durchgängige Aufsicht an der Lippefähre „Quertreiber“ setzt sich SPD-Ratsherr Wilhelm Bußmann in einem Brief an Bürgermeisterin Ulrike Westkamp ein.