Steinmeier auf Stippvisite
14.04.2010 | 20:10 Uhr 2010-04-14T20:10:00+0200
Wesel.„Steinbrück, Politiker“, zischelt eine junge Frau ihren Begleiterinnen zu. Zwar handelt es sich nicht um Steinbrück, der gerade das Evangelische Krankenhaus verlässt, aber immerhin ebenfalls um einen sehr bekannten Genossen: Frank-Walter Steinmeier ist auf Einladung von Landtagskandidat Norbert Meesters gekommen und macht sich ein Bild von der expandierenden Einrichtung an der Schermbecker Landstraße. Der SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende unterstützt den Weseler Sozialdemokraten quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Auf dem Weg zum Konferenzraum in der 6. Etage und später zum Auto genießt er dennoch den Kontakt zu den Menschen, die ihn erkennen. Manchem gibt der 54-Jährige die Hand, anderen winkt er freundlich zu. Als Krankenhaus-Geschäftsführer Rainer Rabsahl ihn als außergewöhnlichen Besuch würdigt, scherzt Steinmeier „Wenn es bei diesem außergewöhnlichen Besuch bleibt...“ Wer geht schon gern ins Krankenhaus. Obwohl? Steinmeier lobt das Hospital, findet die Räume „schön“ und vieles „erfreulich anders als in anderen Krankenhäusern“. Er hat keine Scheu, den freundlich eingerichteten Abschiedsraum zu betreten, plaudert nett mit Schwester Barbara, die von dem Politpromi am Service-Point überrascht wird, und studiert in der neu gestalteten Kapelle die Bibel, die aufgeschlagen auf dem Altar liegt. Es ist ein straffes Programm, das Frank-Walter Steinmeier absolvieren muss, doch Eile vermittelt er nicht, bleibt zwei Stunden in der Kreisstadt, plaudert mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Fraktionschef Ludger Hovest sowie mit Vertretern des Krankenhauses.
Mit Verspätung in Düsseldorf gelandet steht die schwarze Limousine für die Weiterfahrt nach Moers längst vor dem Eingang des Krankenhauses. Polizei ist vor Ort, Personenschützer sind es ebenfalls. Was für ihn Alltag ist, lässt manchen Krankenhausbesucher staunen. „Da kommt jemand Wichtiges“, sagt ein Vater zu seiner Tochter. Kurze Zeit später sitzt Steinmeier bei Schnittchen und Kaffee und hört sich die Ausführungen Rabsahls an. Der wirbt dafür, den Krankenhäusern das Erwirtschaften von Eigenmitteln zu ermöglichen und erläutert das Unternehmenskonzept. 305 Betten, 13500 stationäre Patienten, sieben Tage Verweildauer, 469 Vollzeitbeschäftigte machen das Evangelische Krankenhaus aus. Für Steinmeier ist das Haus „ein beeindruckender Arbeitgeber“. Er lobt den im Vergleich zu anderen Ländern optimalen medizinischen Standard, in Deutschland sei für jeden Höchstleistungsmedizin garantiert. Dabei sprach er sich erneut gegen die Kopfprämie aus und für behutsame Reformen. Den Stein der Weisen gebe es aber nicht und so müsse an mehreren Stellschrauben gedreht werden.
13:04
Wäre das bei einem Rüttgers Besuch anders? Stünde da nicht Rudi Spelmanns und Wolfgang Lingk mit in der ersten Reihe? Aber mal gefragt: Was wollte Steinmeier denn wirklich im ev. Krankenhaus? Gibts da so viele Stimmen zu holen?
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