Stadtmodell-Künstler erschien nicht zum Termin in Wesel

Die Mitarbeiter des ASG luden gestern am Weseler Tor die Findlinge ab, die den Sockel für das Stadtmodell bilden sollen.
Die Mitarbeiter des ASG luden gestern am Weseler Tor die Findlinge ab, die den Sockel für das Stadtmodell bilden sollen.
Foto: Markus Weissenfels
Was wir bereits wissen
  • Seit 2014 arbeitet der Seniorenbeirat kontinuierlich an der Realisierung des Kunstprojekts
  • Kosten belaufen sich auf mehr als 30 000 Euro, die durch Spenden zusammen gekommen sind
  • Am 18. November soll das „Mini-Wesel“ offiziell präsentiert werden

Wesel..  Eine Miniaturversion von Wesel? Wie soll das denn aussehen? Dieser Frage können Bewohner der Hansestadt bald auf den Grund gehen. Ein Stadtmodell aus Bronze wird demnächst den Berliner-Tor-Platz schmücken. Bereits im Jahr 2014 grübelte der Seniorenbeirat über einen sinnvollen Beitrag zum Weseler Stadtjubiläum. Das virtuelle Stadtmodell verhalf letztendlich zu dem Geistesblitz. „Es muss etwas geben, was man vor Ort aufsuchen kann“, erklärt Gertrud Liman, Vorsitzende des Seniorenbeirats. Auch Blinde bekommen so die Möglichkeit, Wesel zu „ertasten“. Egbert Broerken erhielt den Auftrag, die Idee umzusetzen. Der Bildhauer ist ein wahrer Experte auf seinem Gebiet- auf der ganzen Welt fertigt er Stadtmodelle an.

Mehr als 30 000 Euro hat es gekostet, die Miniaturversion von Wesel anzufertigen. Ein zugegeben teurer Spaß, welcher allerdings aufgrund zahlreicher Spenden ermöglicht wurde. Privatpersonen, Firmen und politische Institutionen investierten in das Modell zum Anfassen.

„Wir haben gekämpft dafür“, berichtet Liman. „So leicht war es nicht.“ Trotz einiger frustrierender Momente während des Spendensammelns präsentiert der Seniorenbeirat stolz das Ergebnis. „Wir sind sehr froh, dass wir an diesen Punkt angelangt sind.“ Nicht zuletzt standen auch Diskussionen rund um die einzelnen Gebäude des Modells im Fokus der Öffentlichkeit. Im Gegensatz zu dem Wasserturm, dessen Spitze abgerundet wurde, muss der „Lange Heinrich“, liegen. Zu riskant ist die Gefahr, dass Vandalen den Fernsehturm abreißen oder, dass sich Passanten an der Spitze verletzten. Auch das Wetter meinte es nicht gut mit dem Stadtmodell, im strömenden Regen platzierte der ASG die drei Findlinge vor dem Berliner Tor. Dem Ehrengast war es offenbar ebenfalls zu nass, denn er glänzte bei dem vereinbarten Termin durch Nichterscheinen, ohne Abmeldung oder Entschuldigung.

Großer Ärger beim Seniorenbeirat. Ohne Broerken kann es nämlich nicht weitergehen. Der Bildhauer muss schließlich die genaue Position der Findlinge bestimmen, ehe der ASG diese zu einem Sockel zusammenführen kann. Bis November sollte sich der Künstler allerdings für einen Besuch in Wesel erwärmen, denn die Präsentation des „Mini-Wesel“ ist bereits für den 18. November angesetzt.