Stadtelternrat greift Schuldezernenten an

Wesel..  Die Stadt hat die Unterlagen zur Entwicklung der Schullandschaft für die Schulausschuss-Sitzung in der kommenden Woche herausgegeben. Sie hält den von dem Parteien-Bündnis gemachten Vorschlag zu Gesamt-, Real- und Hauptschule für geeignet. Aber der Stadtelternrat greift den neuen Schuldezernenten Daniel Kunstleben heftig an.

Hauptschul-Schließung und Realschul-Fusion, von SPD, Grünen, Linken und WWW/Piraten beabsichtigt, entsprächen „dem kreis- und landesweiten Trend bei diesen Schulformen“, so die Stadt. Die Bezirksregierung habe eine Zusammenlegung der Realschulen grundsätzlich befürwortet. Allerdings solle die verbleibende Schule nicht zweizügig sein, weil das ihr Angebot einschränke und das Risiko erhöhe, die für den Erhalt notwendige Mindestzahl an Schülern zu unterschreiten.

Die von dem Bündnis gewollte Lösung mit einer Gesamtschul-Dependance widerspricht dem Votum der Arbeitsgruppe „Zukunftsdialog“, in der die Leiter der weiterführenden Schulen und der Stadtelternrat vertreten waren. Die Gruppe will nur eine Veränderung: die Reduzierung auf eine Realschule. Es gebe einen deutlichen Elternwunsch nach Haupt- und Realschulplätzen.

Es sei „unerhört“, dass die Arbeit der Arbeitsgruppe nun hinfällig werde, schreibt Ulrike Freund, Vorsitzende des Stadtelternrates, an Kunstleben. Man fühle sich nicht ernst genommen. „Vorbei an den Gremien“ würden „im Hintergrund Weichen gestellt“. Aus dem Desaster der Schließung der Brüner-Tor-Schule habe die Stadt offenbar nichts gelernt. Eine Elternbeteiligung im Vorfeld von Entscheidungen sei weiterhin ein „bloßes Lippenbekenntnis“.

Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Linz ist „mehr als sicher, dass das bewusst so gesteuert wird“. Er wirft Kunstleben vor, Informationen gesammelt und nicht wenigstens in Teilen früher den Parteien gegeben zu haben. Jetzt sei es schwierig, sich vor der Ausschuss-Sitzung am Donnerstag damit auseinanderzusetzen. Angesichts des Gutsherren-Stils von Ludger Hovest, der den Bündnis-Vorschlag bereits als beschlossen dargestellt hatte, wisse er noch nicht, wie seine Partei sich verhalten solle, ob eine inhaltliche Diskussion überhaupt noch lohne. Demokratisch wäre, die Haupt-Varianten ergebnisoffen zu diskutieren, sagt er. Ulrich Gorris (Grüne) drängt auf eine inhaltliche Debatte - orientiert am Menschenrecht auf Inklusion.