Stadt Wesel gibt Spielflächen auf

Anwohner des zur Diskussion stehenden Spielplatzes Felixstowestraße sind gegen die Schließung. Auch, weil sie keine Bebauung auf dem Grundstück wünschen. Jetzt verhandelt die Stadt über eine mögliche Patenschaft.
Anwohner des zur Diskussion stehenden Spielplatzes Felixstowestraße sind gegen die Schließung. Auch, weil sie keine Bebauung auf dem Grundstück wünschen. Jetzt verhandelt die Stadt über eine mögliche Patenschaft.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Einige weniger genutzte der 89 öffentlichen Spielplätze in der Stadt sollen schließen, für andere könnten Paten die Pflege übernehmen.

Wesel..  Ein Spielplatz um die Ecke ist künftig auch abseits der Innenstadt keine Selbstverständlichkeit mehr. Hat die Stadt zwischen 2012 und 2014 knapp 500 000 Euro für Ersatzspielgeräte und Neugestaltung von Spielflächen ausgegeben, stehen in diesem Jahr nur 50 000 Euro zur Verfügung. Die Folge: Einige weniger genutzte der 89 öffentlichen Spielplätze in der Stadt sollen aufgegeben werden. Schon im November diskutierte der Jugendhilfeausschuss das Thema, nach einer Ortsbesichtigung kam es jetzt wieder auf den Tisch.

Partnerschaften

Ergebnis: Die Plätze Ackerstraße, Wilhelm-Leuschner-Straße und Hummelweg werden aufgegeben. Für die Spielflächen an Hugo-Becker-Straße, Felixstowestraße, Alfred-Nobel-Straße und Barthel-Bruyn-Weg II werden noch Gespräche geführt. Die Idee: Anwohner könnten Patenschaften übernehmen oder die Flächen gar pachten. „Wir müssen ausloten, was möglich ist“, sagt Ila Brix-Leusmann, Leiterin des Bereichs Schule, Kultur und Sport.

Denkbar wäre, die Plätze als Spielfläche zu erhalten oder aber Grünflächen daraus zu machen. „Wenn Anwohner die Grünpflege übernähmen, wäre schon viel gewonnen“, so Brix-Leusmann. Die Verkehrssicherung läge so oder so beim ASG, „die können wir nicht abgeben“.

Anwohner der Plätze Felixstowestraße und der Hugo-Becker-Straße lehnen die Aufgabepläne der Stadt ab und kritisieren, dass sie nicht angesprochen wurden. In der Felixstowestraße beispielsweise wollen viele eine Neubebauung des Grundstücks verhindern, zudem hoffen sie, dass noch Kinder ins Viertel kommen und das Angebot dann gebraucht würde.

Im Fall Barthel-Bruyn-Weg II gibt es noch die Idee, den Spielplatz der Kleingartenanlage zuzuschlagen. „Vielleicht gibt es dort viele Kinder, die ihn nutzen würden“, so Brix-Leusmann. Er wäre dann nicht mehr öffentlich, Regie, Verantwortung und Kosten lägen beim Kleingartenverein.

All das ist noch offen, die Gespräche müssen noch geführt werden. Am Ende wird der Jugendhilfeausschuss über Patenschaften oder Aufgabe entscheiden müssen. Baupläne dagegen fallen nicht in seinen Zuständigkeitsbereich, damit muss sich der Planungsausschuss befassen. Neben möglichen Pächtern oder Paten muss an einigen Stellen auch über Kaufinteressenten entschieden werden, denn: Wesel benötigt das Geld.