Stadt, Land, Fluss

Die Landzunge am Yachthafen Wesel.
Die Landzunge am Yachthafen Wesel.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nah am Wasser gebaut: Rund um den Yachthafen schwärmen die Menschen von den Vorzügen Wesels und genießen das Flair der Hansestadt

Wesel..  Fragt man eingefleischte Weseler, wo es in ihrer Stadt am schönsten ist, landet man nicht selten irgendwo im Umkreis der Rheinpromenade. Hier schmiegt sich der Strom behutsam an die Hansestadt, hier finden Sportler und Faulenzer, Spaziergänger und kinderreiche Familien ihre ganz persönlichen Angebote zur Freizeitgestaltung.

Einer von ihnen ist Hans Kempken vom Weseler Kanuklub. Ein Leben ohne den Strom kann sich der pensionierte Wasserschutzpolizist überhaupt nicht mehr vorstellen: „Wer einmal am Wasser war, möchte nie mehr etwas anderes sehen. Wenn dann noch das Vereinsgelände am schönsten Flecken Wesels liegt, hat man doch alles.“

Weil die Kanuten sich kaum davon trennen können, übernachten sie in Wohnmobilen direkt am Ufer des Yachthafens. Dieses Lebensgefühl legen die Freizeitpaddler ihrem Nachwuchs bereits in die Wiege. „Neugeborene werden sofort in den Kanuklub aufgenommen, auch wenn sie sich nicht immer mit Rheinwasser taufen lassen“, lacht Kempken.

Auf dem Wasser nach Düsseldorf

Nebenan im Yachthafen bringen Bärbel und Bernd Kloppotek ihre „Mary Ann“ auf Hochglanz. Die beiden Mittfünfziger sind erst vor acht Jahren bei einem Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern auf den maritimen Geschmack gekommen, verbringen seitdem fast ihren gesamten Urlaub auf der Yacht. Den schönsten Heimathafen für ihr Boot haben die Marler schnell gefunden. „Die Lage ist einfach einmalig, wir verbringen jede Nacht hier im Hafen auf dem Boot“, sagt Bärbel Kloppotek.

„Die Rheinpromenade bietet einfach alles, es gibt nirgendwo eine vergleichbar schöne Marina“, ergänzt ihr Mann Bernd. Am Rhein schätzen sie vor allem das, was er nicht bietet. „Es gibt weder Staus noch Schlaglöcher, wir können entspannt in drei Stunden nach Düsseldorf fahren“, so die Kapitänin.

„Pino“ ist das völlig schnuppe. Der spanische Mischlingshund genießt jeden Tag den unbeschwerten Ausgang mit Frauchen Dominique Werner. Die hat schon in Westfalen und im Taunus gelebt, doch am Ende landet die gebürtige Weselerin immer wieder hier und das aus gutem Grund: „Die Menschen hier sind so offen und ehrlich, das ist einfach toll.“

Während „Pino“ ausgelassen im hohen Gras tobt, reagiert die französische Bulldogge „Paul“ eher gelangweilt auf die Reize der Natur. Das könnte aber daran liegen, dass Herrchen Reinhard Hahn auf einer Bank sitzt und stundenlang auf die dümpelnden Yachten blickt.

„Ich bin jeden Tag hier, es ist wunderschön, auch für Paul. Ich finde es toll in einer Stadt zu leben, die nicht nur Hundesteuer kassiert, sondern auch was dafür bietet“, berichtet der Rentner.

Minigolf für alle

Von der schönen Aussicht profitiert auch Jürgen Schröder. „Die Lage direkt am Rhein macht sehr viel aus. Wir haben jeden Tag Urlauber hier“, freut sich der Betreiber der Minigolfanlage. Da hier ein Minigolf-Bundesligaverein trainiert, ist die Qualität der Bahnen entsprechend hoch.

Das schätzten auch Stefanie und Stefan Marschall, die regelmäßig mit den Kindern Cameron, Calvin und Hayden hier einlochen, zumal es nicht dabei bleibt. „Im Anschluss gehen wir vielleicht noch schwimmen oder ein Eis essen. Für Familien ist das hier einfach ideal, da kann man sich den ganzen Tag über aufhalten“, freut sich Stefan Marschall.