Stadt in Bewegung - das bewegte Hamminkeln

2014 war wieder einiges los in Hamminkeln.
2014 war wieder einiges los in Hamminkeln.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Von Dingdenergie über Kinderzuwachs und Bauplänen bis zu Schulschließungen - so war die erste Jahreshälfte 2014 in der Stadt.

Hamminkeln..  So schnell kann es gehen: Die Weihnachtsgans ist gerade erst verputzt, da geht alles auch schon wieder von vorne los. War was?, fragt man sich und kann nur mühsam die Erinnerungsfetzen in seinem Kopf zusammensetzen:


Januar: Die Brüner Karnevalsprinzessin kommt aus - richtig, nicht aus Brünen, sondern aus Bayern. Frohnatur Vreni führt die Jecken, die ihr zwei Jahre zuvor völlig fremd waren, durch die Session. In Dingden stellt die Fachhochschule Münster ihr Feinkonzept für ein wegweisendes Modell vor: „Dingdenergie“ soll beim KWK-Modellkommunen-Wettbewerb des Landes an den Start gehen und zu einem Aushängeschild für ganz Hamminkeln werden. Privathaushalte und Unternehmen sollen sich über ein Blockheizkraftwerk zu einem gemeinsamen Energiekreislauf zusammenschließen, von dem alle profitieren.

In der Dingender Heide retten Feuerwehrleute einen Haflinger. 22 Rettungskräfte graben das Tier aus, das nach drei Stunden geschwächt, aber unverletzt auf eigenen Beinen stehen kann. Nach der Besichtigung eines Combi-Marktes der Bünting-Unternehmensgruppe in Oldenburg zeigen sich die Parteien vom Konzept des Unternehmens angetan, das am Aufbau eines Marktes auf dem ehemaligen Sportgelände an der Brüner Straße interessiert ist.


Februar: Hamminkeln ist attraktiv für junge Familien. Innerhalb von zwei Monaten sind so viele Familien mit kleinen Kindern in die Stadt gezogen, dass die Verwaltung zusätzliche Kita-Plätze schaffen muss. In allen Stadtteilen erfolgt eine Überbelegung in den Kindergärten, in Hamminkeln und Dingden werden Notgruppen eingerichtet.

CDU und Grüne möchten die Hamminkelner Bürger fragen, was sie von der Ansiedlung eines Combi-Marktes und der gesamten Entwicklung auf dem ehemaligen Sportplatzgelände halten. Die anderen Parteien rümpfen die Nase. Die SPD warnt davor, den Bürger zu missbrauchen, um weiterhin auf Zeit zu spielen.

Unbekannte Täter randalieren in Mehrhoog und beschädigen auf dem Friedhof 22 Gräber, beschmieren an der Grundschule die Glaswand der Turnhalle, zerstören fünf Holzbänke am Kindergarten, beschädigen den Zaun und werfen mit Kieselsteinen gegen die Fensterscheiben.

Die Frauen aus Haupt- und Personalamt rufen an Altweiber das Hamminkelner Spaßbad aus und stecken den Verwaltungsvorstand in Bademäntel, setzen ihm Duschhauben und Taucherbrillen auf - Karneval kann endlich richtig beginnen.


März: Bei einem Unfall an der Autobahnauf- und -abfahrt zur B 473 werden fünf Personen teils schwer verletzt, nachdem ein 40-Tonner auf Autos auffährt, die an der Ampel warten. Rund drei Stunden lang bleibt die Kreuzung mit den Abzweigungen in Richtung Loikum und Dingden gesperrt.

Nach der Bürgerversammlung von CDU und Grünen „stirbt“ die Ansiedlung eines Combi-Marktes auf dem ehemaligen Sportplatz. Danach kritisiert FDP-Fraktionssprecherin Silke Westerhoff die initiierenden Parteien, mit falschen Begriffen Angst geschürt zu haben. Mit ihren Äußerungen verärgert sie vor allem den Hamminkelner CDU-Ortsverbandsvorsitzenden. Aus dem fernen China poltert Wilhelm Kloppert los und wirft Westerhoff „dreiste Lügen und Verdrehung der Tatsachen vor“ und schießt mit weiteren Äußerungen deutlich übers Ziel hinaus. Dafür erntet er Kritik, sowohl von der FDP als auch aus den eigenen Reihen. So kritisiert CDU-Stadtverbandsvorsitzender Norbert Neß das Gebaren seines Parteifreundes auf einer Wahlkampfveranstaltung als „in Wortwahl und Stil völlig unangemessen“.

Polizistin Astrid Krechter übernimmt als erste Frau im Kreis Wesel die Leitung einer Wache: Mitte März tritt die 45-Jährige ihren Dienst in den Räumen der Hamminkelner Hauptwache an.

Der Dingender Ortsverbandsvorsitzende der CDU, Reinhold Hannich, stirbt plötzlich auf einer Berlin-Reise an Herzversagen. Er wird 58 Jahre alt.

Weil die Stadt kein Geld hat, flicken die Anwohner des Mönchswegs in Wertherbruch ihre marode Straße selbst. Die Verwaltung findet die Idee gut. Nach Fertigstellung der Straße konstatiert sie allerdings, dass es kein Konzept für die Zukunft sei.


April: Ein Hamminkelner Raser lässt sich innerhalb eines Tages mehrmals von der Polizei erwischen und legt den Führerschein seines Zwillingsbruders vor. Keine gute Idee.

Künstler Heinrich Kemmert, der mehr als 40 Jahre im Schloss Ringender lebte und arbeitete, stirbt im Alter von 72 Jahren. Das Generationenprojekt „In Gemeinschaft wohnen“ (InGe) nimmt mit dem Spatenstich Gestalt an. Jugendliche renovieren das alte Vereinsheim des Hamminkelner Sportvereins, das als Zweigstelle des JuZe dienen soll.


Mai: Wahlkampf, Wahlkampf, Wahlkampf. Und sonst? Nach einem verheerenden Brand im Jahr 2013 kann das Haus „Zum Hasen Hein“ seinen Hoteltrakt endlich wiedereröffnen.

In der letzten Ratssitzung der laufenden Legislaturperiode werden die Tagesordnungspunkte beschlossen. Auch, dass die Verwaltung auf eine reine Wohnbebauung auf dem alten Sportplatzgelände hinarbeiten soll. CDU und Grüne haben sich also endgültig durchgesetzt. Der Wahlsonntag bringt keine eklatanten Veränderungen, aber für die ein oder andere Partei Genugtuung.


Juni: Der Juni wird zunächst von den Walkampfnachwehen geprägt, in denen sich CDU-Stadtverbandschef Norbert Neß und SPD-Fraktionssprecher Jörg Adams gegenseitig die Ergebnisse schlechtreden. Ex-CDU-Ratsfrau Marlies Arnold spricht ein Machtwort: Beide sollten aufhören mit diesem „Kinderkram“.

Nachdem man mit großer Hoffnung und Vorschusslorbeeren in den Wettbewerb gestartet war, ist die Nachricht ein herber Schlag: Dingdenergie gehört nicht zu den KWK-Modellkommunen des Landes. Die Teilnehmer sind enttäuscht, aber weiter kämpferisch.

Ende Juni brechen die letzten Tage der Grundschule in Ringenberg an. Mit einem Fest nehmen Lehrer, Schüler und Eltern Abschied. Auch die Heinrich-Meyers-Hauptschule wird ihren letzten Jahrgang vor den großen Ferien entlassen. Die Hauptschüler der Klassen acht bis zehn werden nach der Sommerpause zur Kreuzschule in Dingden pendeln.