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Stadt fordert Schadenersatz für Guerilla-Werbung

26.06.2009 | 19:33 Uhr
Stadt fordert Schadenersatz für Guerilla-Werbung

Die Guerilla-Werbe-Aktion für die Party der Abiturienten des Andreas-Vesalius- und des Konrad-Duden-Gymnasiums in der Niederrheinhalle wird ein Nachspiel haben. Die Stadt Wesel will vom Veranstalter für Hunderte auf die Straße gesprühte Hinweise Schadenersatz einfordern.

So was gab's noch nie in Wesel: Die gelben und größtenteils undeutlich auf Straßen und Bürgersteige aufgesprühten Werbe-Logos ziehen sich in langen Ketten unter anderem durch die Fußgängerzone vom Viehtor in Wesel in Richtung Kaufhof. Passanten, die vor einem deutlicher gesprühten Logo stehen bleiben, können erkennen, dass der Farbklecks auf die „School's Out Party” in der Niederrheinhalle am Mittwoch hinweist. „Dagegen werden wir massiv vorgehen”, sagt Helmut Kluthe, zuständig für Verkehrsangelegenheiten und Bußgeldsachen bei der Stadtverwaltung Wesel. Kluthe hat gestern festgestellt, dass die illegalen Werbebotschaften offenbar aus haltbarer Lackfarbe bestehen.

Illegale Aktionen im öffentlichen Raum

Bei den Werbe-Logos handelt es sich um so genanntes Guerilla-Marketing, das nun zum ersten Mal am Niederrhein aufgetaucht ist. In Deutschland hat die Spur der Farbkleckse ihren Ursprung in Berlin. Schon seit zwei Jahren versuchen Agenturen in der Hauptstadt mit ungewöhnlichen Aktionen im öffentlichen Raum auf Marken ihrer Kunden hinzuweisen.

Info
Neue Vermarktungsstrategie

Guerilla-Marketing bezeichnet eine Vermarktungsstrategie, die durch überraschende Aktionen für Produkte wirbt. Die Taktik versucht die Konsumenten im täglichen Alltag zu erreichen. Geprägt wurde der Begriff für die Strategie, bei der mit kleinem Budget große Wirkung erzielt werden soll, von dem Marketing-Experten Jay C. Levinson.

Der Trick: Die Auftraggeber der Werbeaktionen lassen sich häufig nicht zur Verantwortung ziehen, weil die Aktionen selbst für ein kleines Handgeld von anonym angeheuerten Job-Suchenden, Studenten oder Schülern durchgeführt werden.

Besonders beliebt ist das Sprühen von Logos auf den Asphalt Berlins. Silbermond, Bambi-Lounge und MotorFM haben sich dieser Technik bedient. Die Phantasie scheint grenzenlos. Der Berliner Radiosender nutzt unterschiedliche Guerilla-Techniken um sich einen Platz im Unterbewusstsein der Hauptstädter zu verschaffen. Das Besprayen von Hunden echter Punks mit Slogans, das Ätzen des eigenen Logos mit Anti-Graffiti-Farbe auf besprühte Objekte oder das Anbringen von Klebezetteln mit dem Claim des Senders in der Öffentlichkeit sind nur ein paar Beispiele kreativer Maßnahmen.

In Wesel will das Ordnungsamt den Anfängen wehren. Helmut Kluthe: „Die Verordnung der Stadt Wesel legt fest, dass der Veranstalter der illegalen Werbung für den Schaden haftbar ist.”

Andere Werbe-Varianten zeigen sich bei einer Fahrt „über Land”. Dort suchen besonders clevere Werber nach freien Flächen an günstigen Punkten und fragen Eigentümer von Privatgrundstücken. Das sind mit Vorliebe Landwirte, die Flächen nicht mehr nutzen. Wenn die dann auch noch einen ausgedienten Anhänger haben, an dem sich ein Werbeschild anbringen lässt und den man optimal platziert aufs Feld rollen kann, ist das ein feines Geschäft. Einer macht das in Hamminkeln in rekordverdächtiger Manier: An der Kreuzung der B 473 mit den Abzweigen nach Dingden und Wertherbruch hat er eine Reihe mit acht solcher rollenden Werbewände aufgestellt – von Beate Uhse bis hin zum Dingdener Holz-Anbieter.

Erlaubt sei das nicht, sagt der Hamminkelner Dezernent Hans-Geog Haupt dazu. Für solche Schilder, die nicht auf Unternehmen an gleicher Stelle hinweisen und über einen halben Quadratmeter Fläche aufweisen, brauche es eine bauordnungsrechtliche Genehmigung.

Wem das Ganze ein Dorn im Auge ist, wie etwa dem Dingdener USD-Politiker Helmut Wisniewski, den weist er darauf hin, dass ein Vorgehen dagegen problematisch sei, weil es im Sinne einer Gleichbehandlung einen Rattenschwanz an Maßnahmen in ganz Hamminkeln nach sich zöge. Manfred Müser, sachkundiger Bürger der Grünen im Hamminkelner Rat, schlägt eine Regelung im vernünftigen Gespräch mit dem Landwirt vor. Vielleicht, hieß es in der jüngsten Ratssitzung, trügen die Werbeeinnahmen des Landwirts über die Steuer zum Gemeinwohl bei.

Christoph Girschik und Joachim Freund

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Kommentare
28.06.2009
19:28
Stadt fordert Schadenersatz für Guerilla-Werbung
von hartaberfair | #4

ich glaube, eher der schreiber hat ein problem. diese werbe logos hat es schon ein paarmal auf dem kaugummiverklebten weseler pflaster gegeben. gebliben ist immer nur das kaugummi. vielleicht kennen sich die autoren nicht so gut in wesel aus (wenn von außerhalb kommt ..). guerilla-taktik in wesel .. lustig, lustig ...

28.06.2009
14:33
Stadt fordert Schadenersatz für Guerilla-Werbung
von Neithard Kuhrke | #3

Also viel Aufregung um NICHTS?

27.06.2009
21:13
Stadt fordert Schadenersatz für Guerilla-Werbung
von Pit01 | #2

Der preussische Beamte muss eben seine Pflicht tun.
Kleinkarierte Korinthenkackerei, wenns denn tatsächlich Kreide ist.

27.06.2009
14:04
Stadt fordert Schadenersatz für Guerilla-Werbung
von Sven Koch | #1

Es handelt sich bei diesen Logos um Sprühkreide, dass heisst, dass es nach den ersten 2 Regenschauern weg ist und keine Spuren hinterlässt.

Es wurde schon oft getestet und unter anderem auch für Wahlpropaganda der SPD genutzt.
Kleine Kinder malen ebenfalls mit Kreide auf der Straße und es wird als Malerei der Kinder bezeichnet!!!

Außerdem trägt diese Veranstaltung wegen der Steuereinnahmen für die Allgemeinheit bei.
Zusätzlich bietet die Party eine gut organisierte Möglichkeit für die Jugend, einen interessanten Abend zu erleben!

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