Spielen und Lernen im Grünen

Die Leiterin des Kindergartens am Bach, Liesel Niemann, freut sich auf die Umgestaltung des Außengeländes.
Die Leiterin des Kindergartens am Bach, Liesel Niemann, freut sich auf die Umgestaltung des Außengeländes.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Außenbereich des Dingdener Kindergartens „Am Bach“ wird aufwendig umgestaltet.

Hamminkeln..  Einen Bach hat der Dingdener Kindergarten schon. Den trägt er sogar in seinem Namen. Und mit einigen finanziellen Anstrengungen und vor allem: vereinten Kräften wird der Außenbereich bald in allergrünstem Grün erstrahlen und dafür sorgen, dass der Kiga am Bach quasi mit Zweitnamen „Grüner Kindergarten“ heißen wird. Damit ist das Projekt nämlich überschrieben. Und das kommt nicht von ungefähr. Schließlich haben viele Kindergärten und Tagesstätten das Besinnen auf die Natur zum Teil ihres Lehrprinzips erhoben.

Pädagogisch wertvoll

Sie haben viele verschiedene Bäume und Sträucher gepflanzt, die den Kindern Schatten spenden und ein gewisses Maß an Privatsphäre gewähren sollen. Sie haben Gemüsegärten und Hügel angelegt, dazu Spielgeräte wie Trampolin und Rutsche in die Landschaft integriert. All das soll die Wahrnehmung und das Bewegungsgeschick fördern, das Verantwortungsbewusstsein und die Teamfähigkeit stärken.

Und das möchten das Kindergartenteam um Leiterin Liesel Niemann genauso wie der Förderverein um Melanie Tacke und all die Mütter und Väter, die dafür sorgen, dass dieses Projekt nun auch umgesetzt werden kann. Denn: „Einfach nur Rasen und ein Zaun, das ist nicht unsere Vorstellung“, sagt Liesel Niemann.

So aber sieht das Außengelände derzeit weitestgehend aus, nachdem der Kindergarten im vergangenen Jahr an die Biogasanlage angeschlossen wurde und die Baumaschinen durch den Garten pflügten. Vieles sei dadurch kaputt gegangen, so Niemann. Und als zwei Bäume gefällt werden mussten, war das letzte Stück Abwechslung vom Gelände verschwunden. Abgesehen von den Spielgeräten. Es musste etwas passieren.

Emsiger Förderverein

Und es sollte etwas passieren. Den Anfang machte Melanie Tacke vom Förderverein, deren Arbeitgeber insgesamt 6000 Euro bereitstellte. Und das Projekt ist mittlerweile so weit gediehen, dass rund 35 000 Euro des insgesamt rund 80 000 Euro teuren Unterfangens in trockenen Tüchern sind. Entweder in Form von Spenden oder durch Eigenleistung. Was vor allem dem agilen Förderverein zu verdanken sei, der bei vielen Firmen Klinken putzt, die einige Arbeiten kostenlos verrichten.

Der erste Bauabschnitt kann nun an drei Samstagen im Mai vonstatten gehen. Alles übrigens in Eigenregie; angeleitet von der Bocholter Landschaftarchitektin Jenny Humbrich, die das Konzept der naturnahen Gestaltung entwickelt hat, werden elf Väter die Projektleitung übernehmen. In der vergangenen Woche hat der Bauhof der Stadt die Spielgeräte beiseite geräumt (siehe Box).

Am kommenden Samstag, 11. April, beginnen die Vorarbeiten. Ein Vater werde das Gelände freiräumen, so Liesel Niemann, ein anderer werde danach Gräben werfen. „Und am 9. Mai geht’s los“, freut sich die Leiterin des Kindergartens, „dann wird gestaltet.“ Bis zu drei Jahre könne das Projekt in Anspruch nehmen, so Niemann weiter, „wir hoffen aber, dass wir es bis zum nächsten Jahr schaffen“.

Nach anfänglicher Skepsis ist die Verwaltung von dem Projekt überzeugt. Was auch am Finanzierungskonzept liegt.

Abgesehen von 15 000 Euro für Spielgeräte, die bereits im Haushalt stehen, kostet das Konzept die Stadt kein Geld. Auch eine Zusatzkraft wird vom Kreisjugendamt durch die Kibiz-Pauschale refinanziert.