SPD drängt auf Entlastung bei Heimplätzen

Wesel..  Im Rahmen der politischen Debatte zum städtischen Haushalt hatte das Thema für eine Kontroverse gesorgt. SPD und CDU hatten mehrheitlich eine Deckelung der Kosten für die Heimunterbringung von Kindern durchgesetzt, obwohl mit steigenden Zahlen und Kosten zu rechnen ist. Nun packt die SPD-Fraktion das Thema anders an. Die Bürgermeisterin soll im Namen des Rates die Mitglieder des Bundestages und des Landtages sowie die zuständigen Ministerien in Berlin und Düsseldorf anschreiben, um eine Neuregelung zu erreichen.

Denn die Stadt Wesel ist lange schon finanziell besonders belastet: Von den 225 Heimplätzen seien lediglich 20 bis 30 von Weseler Kindern und Jugendlichen belegt, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Ludger Hovest. Eltern der auswärtigen Kinder ziehen oft nach Wesel, um ihnen näher zu sein, und damit wird die Stadt für die Heimkosten ihrer Kinder zuständig. Hinzu kommt:Läuft die Jugendhilfemaßnahme aus, bleiben viele der „Nicht-Weseler“ hier, nehmen oft städtische Leistungen unter anderem als „Hilfen zu Erziehung“ in Anspruch. Jährlich 500 000 Euro koste das die Stadt, so Hovest - mit steigender Tendenz. Wesel und andere entsprechende Gemeinden müssten da entlastet werden. Auch der Städte- und Gemeindebund solle sich dafür einsetzen, fordert der SPD-Politiker.