So jeck ist Ginderich

Wesel..  Das voll besetzte Festzelt am Dorfrand war schon in bester Büttenabend-Stimmung, als Elferratspräsident Karl-Josef Lohmann das Mikrofon ergriff und die Show eröffnete: Zünftiger Einzug der Karnevalsgladiatoren bei stehendem, schunkelndem, klatschendem und mitsingendem Publikum.

„Ein Hoch auf uns“, die Fußballhymne der WM 2014, avancierte zum Büttenmarsch und machte tolle Stimmung. „44 Jahre Kiwitt und Helau. Der Prinz der kommt vom KGV“, rief Lohmann mit dem versammelten Elferrat den weit über dreihundert feiernden und bunt kostümierten Jecken und diversen Ehrengästen zu. Der Karneval in Ginderich kann aus dem Vollen schöpfen, denn viele der 2100 Einwohner sind vereinsmäßig organisiert und deshalb im KGV – in der Karnevalsgemeinschaft der Gindericher Vereine.

Die Mädchen der Kindertanzgarde lockten mit ihrer Choreographie die erste Applaus-Rakete des Abends. Gerade noch als Anleiterinnen für den Tanzauftritt der Kinder verantwortlich, standen Saskia und Nadja Schöbel zusammen mit Christin Janßen, Lena Gossens, Mira Müller und Carina Bauer beim Gardetanz des KGV auf der Bühne und sorgten mit ihrer Tanzperformance zu einem Schlager- Medley für Applaus-Salven im angenehm beheizten Festzelt.

Und so nahm der Büttenabend seinen Lauf. Besuche vom Weseler Kinderprinzenpaar fehlten ebenso wenig wie Gast-Tollitäten aus Ossenberg samt Gefolge. Der Hit des Abends war Karolin Neier, die zum ersten Mal in die Bütt trat und schwärmte: „Ich möchte so gern Prinzessin sein“. Unter ihrer Regentschaft wäre alles anders: „Die Kosten buche ich vom Konto des Präsidenten ab. Die Prinzen würden Schlange stehen.“ Und die Anforderungen an den Prinzen sind hoch: „Er muss sein schön, gebildet und nett. Glaubt ihr, ich geh mit jedem zum Bankett?“ Die Suche im Elferrat brachte die Prinzessin auch nicht weiter: „Auch den Elferrat kannste vergessen, da hat noch nie ein toller Hecht gesessen!“ Das Festzelt tobte und lachte, und so wurde Karolin Neier mit viel Lob, Dank und Orden für ihren ersten Büttenauftritt zu Recht gefeiert.

Der Gindericher Hoppeditz in persona Gabi Gantenberg plauderte über Dorfinterna des vergangenen Jahres. Da wurden gekonnt und amüsant Überlegungen zur Neugestaltung der Dorfblumenkübel und der Benefizverkauf von Orgelpfeifen aufs Korn genommen.

Als magische dunkle Fee verkleidet zeigte sich Judith van Cleff begeistert: „Das kleine Mädchen war toll. Ich freue mich jetzt schon auf das Männerballett!“. Vorher wirbelten die Black Diamond Dancers aus Kamp-Lintfort über die Bühne, und die Frauenpower der KFD tanzte in Nachtwäsche mit großen grünen Gymnastikbällen. Ludger Opgenorth aus Ossenberg begeisterte als „Lieve Jong“ unnachahmlich prollig und charmant.

Die KGV und die gesamte Dorfgemeinschaft Ginderich weiß, wie man Karneval feiert. Und wenn der „dorfeigene“, weil aus Ginderich stammende Prinz Patrick I. mit seiner Prinzessin Kristin I. nebst Gefolge noch den Abend ziert, dann hat es wieder Lust auf „Mehr“ gemacht. Kiwitt Helau!