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So ist die Weseler Luft...

19.01.2016 | 20:00 Uhr
So ist die Weseler Luft...
Die Feinstaubmessstelle an der Mercatorstraße in Wesel-Feldmark.Foto: Erwin Pottgiesser

Wesel.   Feinstaubalarm in Stuttgart. Die Stadtverwaltung bittet die Bürger auf ihr Auto zu verzichten. Wie sieht es bei uns aus?

Der mediale Aufschrei war groß. Zum ersten Mal überhaupt in Deutschland löste Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart am Sonntag Feinstaubalarm aus. Die Vorhersagen des deutschen Wetterdienstes hatten die Stadt dazu bewegt: Das Wetter der kommenden Tage lasse erwarten, dass die zulässige Tageshöchstgrenze von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter stark überschritten werde. Heißt im Umkehrschluss: Auto in die Garage, ab in die Bahn und die Holzöfen sollen für den anberaumten Zeitraum von drei Tagen auch nicht mehr beheizt werden. Ob das auf freiwilliger Basis beruhende Konzept von den Bürgern angenommen wird, wird sich zeigen.

Denn Feinstaub (PM10) ist hochgradig gesundheitsgefährdend, kann bei dauerhaftem, regelmäßigem Einatmen das Krebsrisiko steigern und sogar zu Herz- und Kreislauferkrankungen führen.

Grund genug, um bei der Stadt mal nachzuhaken, wie es in Wesel um die Feinstaubwerte gestellt ist.

Feinstaubbelastung in Wesel gering

Umweltschutzingenieur Uwe Rosner gibt Entwarnung: „In Wesel haben wir grundsätzlich kein Problem mit den Feinstaubmesswerten. Die Werte lagen 2015 im Mittel bei gerade einmal 20 Mikrogramm pro Kubikmeter.“ Die Tageswerte vom vergangenen Sonntag und Montag sogar nur bei 14 und 22 Mikrometer pro Kubikmeter. Zum Vergleich: Der Höchstwert in Stuttgart lag am Montag bei 137 (Quelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg).

Die Messstation an der Mercatorstraße in Feldmark deckt dabei nicht nur die Stadt Wesel ab, sondern auch das angrenzende Hinterland mit den Orten Schermbeck und Hamminkeln. Sie liegt zudem mitten in einem Gewerbegebiet.

Interessant: Der Großteil der Feinstaubbelastung komme laut Rosner nicht von den LKWs, die das Stadtgebiet kreuzen oder den Luftabfällen des Gewerbegebietes, sondern von den „dicken Dieselpötten auf dem Rhein“, also den Frachtschiffen die täglich an Wesel vorbeifahren. Sie verschmutzen die Luft deutlich mehr.

Kein Autofahrverbot in Wesel

Den Versuch, Autofahren auf freiwilliger Basis zu unterbinden, wie man es in Stuttgart probiert, hält er für Wesel nur bedingt praktikabel: „Verkehrslenkende Maßnahmen für Wesel zu ergreifen gestaltet sich schwierig. Wir können ja nicht ein Ausfahrverbot für LKWs erlassen.“

Ein Fakt, der NABU-Vorstand Peter Malzbender sauer aufstößt: „Die Maßnahmen, die in Stuttgart getroffen wurden, sind sinnvoll. Jedoch muss die Politik dafür sorgen, dass sie auch durchgesetzt werden. Es kann nicht sein, dass es immer wieder Labyrinthe gibt, durch die man sich mogeln kann!“

Spd fordert grünen Spielplatz in Blumenkamp

Der Spielplatz an der Alfred-Nobel-Straße in Blumenkamp soll bald geschlossen werden. Die Unterhaltskosten ständen in keinem Verhältnis zur Nutzung durch die Kinder. Nun fordert der SPD-Ortsverein Wesel-Feldmark/ Blumenkamp die Spielfläche nicht zuzubauen, sondern als Grünfläche zu erhalten.

Zum einen könne man so in einigen Jahren prüfen, ob nicht doch wieder ein Spielplatz errichtet werden könnte, zum anderen würde die Grünfläche „einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas“ leisten.

Dominik Göttker

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2016-01-19 20:00
Nachrichten aus Wesel, Hamminkeln und Schermbeck