"Sie haben ein Problem mit jungen Mädchen"
27.10.2009 | 16:25 Uhr 2009-10-27T16:25:00+0100Kreis Wesel. Der Staatsanwalt sprach mit dem Angeklagten aus Hamminkeln Klartext: „Aus meiner Sicht haben Sie kein Problem mit Medikamenten, sondern mit jungen Mädchen”. Daraufhin legte der 47-Jährige aus Hamminkeln ein umfassendes Geständnis ab:
Er habe im Juli dieses Jahres zwei Mädchen in seine Wohnung gelockt, ihnen einen Pornofilm gezeigt und sie anschließend gefragt, ob sie sich Ähnliches auch mit ihm vorstellen könnten. Eines der beiden Mädchen ließ sich auf sexuelle Handlungen mit dem Angeklagten ein.
Zeigen pornographischer Schriften und sexueller Missbrauch eines Kindes, so lauteten die Tatvorwürfe in der Anklageschrift, die gestern vor dem Jugendschöffengericht in Dinslaken verlesen wurde.
Es fiel dem Angeklagten, der drei Tage nach dem Vorfall verhaftet wurde und sich seitdem in Untersuchungshaft befand, sichtlich schwer, über die Vorgänge in seiner Wohnung zu sprechen.
Schmerzmittel und Alkohol
Zwar bekannte er sich ohne Umschweife schuldig im Sinne der Anklage, machte dies allerdings zunächst an der Glaubwürdigkeit der 13-jährigen Geschädigten fest. Er selbst habe keine Erinnerung, habe am besagten Abend Schmerzmittel und Alkohol konsumiert. Kein Grund, sich Mädchen zu nähern, konterte der Staatsanwalt.
Über diesbezügliche Neigungen des Angeklagten sei gemunkelt worden, seit in der Vergangenheit zwei Prozesse gegen ihn mit Freispruch endeten beziehungsweise eingestellt wurden. „Sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, eine Therapie zu machen?”, fragte der Staatsanwalt und gab damit die Richtung für das spätere Urteil vor.
Das Geständnis des Angeklagten machte eine Zeugenbefragung des betroffenen Mädchens dann überflüssig. Der Angeklagte wurde mit der Auflage, sich in ambulante Therapie zu begeben, zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.
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