Senioren sehen sich als Zünglein an der Waage

Auf dem Podium im Christophorus-Haus (von links) Bernd Romanski (SPD), Britta Buschmann (Pflegeberatungsbüro), Peter Mellin (Forum Senioren), Roswitha Bannert-Schlabes (CDU) und
Auf dem Podium im Christophorus-Haus (von links) Bernd Romanski (SPD), Britta Buschmann (Pflegeberatungsbüro), Peter Mellin (Forum Senioren), Roswitha Bannert-Schlabes (CDU) und
Foto: Funke Foto Services
Die Hamminkelner Bürgermeisterkandidaten Bernd Romanski (SPD) und Roswitha Bannert-Schlabes (CDU) im Christophorus-Haus.

Hamminkeln..  Zum ersten Mal traten im Forum Senioren der Lokalen Agenda 21 im Christophorus-Haus die beiden Bürgermeisterkandidaten, Bernd Romanski (SPD) und Roswitha Bannert-Schlabes (CDU), zusammen auf. In kurzen Statements stellten sie ihre Ideen für die Zukunft im Zeichen des demografischen Wandels vor und stellten sich den durchaus kritischen Fragen der Senioren.

Wie wichtig diese öffentliche Diskussionsrunde war, zeigte auch die hohe Zahl der Anwesenden. Etwa 100 Senioren waren gekommen, um sich anzuhören, wie die Kandidaten im Falle ihrer Wahl mit den Herausforderungen der immer älter werdenden Gesellschaft „fertig werden wollen“, so Peter Mellin, Sprecher des Forums Senioren und Moderator der Runde. Schon jetzt leben in Hamminkeln rund 7000 Menschen, die älter als 60 Jahre sind. In Zukunft, prognostizierte Mellin, werde diese Zahl auf 10 000 bis 11 000 steigen. Und damit steigen auch die Kosten. Lösungen müssen also her – oder zumindest aussagekräftige Ansätze. Denn, so Mellin: „Wir entscheiden die Wahl. An uns kommt keiner vorbei.“

Die beiden gut vorbereiteten Kandidaten setzten dabei in ihren Vorstellungen auf ähnliche Themenfelder. Zum einen auf das umfangreiche Feld Pflege und barrierefreies Wohnen. Hier forderte Bannert-Schlabes sowohl das Angebot der Kurzzeit- und Tagespflegeplätze zu erhöhen als auch das Modell „Jung kauft Alt“ stärker auszuweiten und so gleichzeitig mehr junge Familien nach Hamminkeln zu holen und die Betriebe zu erhalten. Außerdem wolle sie prüfen, inwieweit sich Barrierefreiheit schon bei der Ausschreibung beziehungsweise im Bebauungsplan festschreiben lasse.

Ebenso wie Bannert-Schlabes bescheinigt auch Romanski dem Forum, schon viel auf den Weg gebracht zu haben. Er betonte, dass die Erhöhung der Grundsteuer B in Sachen bezahlbarer Wohnraum eher kontraproduktiv gewesen sei. Auch unterstützt er das Konzept „Jung kauft Alt“, gleichzeitig möchte er eine Art Haus- beziehungsweise Wohnungsbörse einrichten.

In Sachen Mobilität und Nahversorgung ging Romanski auf die Frage der Wirtschaftlichkeit solcher Projekte ein, denn er unterstützte den Wunsch nach Bürgerbussen, jedoch sehe er die Problematik der Auslastung. Zum Thema ärztliche Versorgung werde er sich mit der Ärztekammer in Verbindung setzen.

Ein weiteres Thema, das insbesondere den Senioren unter den Nägeln brennt und Emotionen hervorruft, ist die Frage nach dem Ehrenamt. Sowohl Romanski als auch Bannert-Schlabes machten deutlich, wie wichtig die Unterstützung der ehrenamtlichen Kräfte ist und vor allem in Zukunft sein wird. Bannert-Schlabes möchte daher eine Art „Ehrenamtsbörse“ einrichten.