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Seltene Exklusivlage und ein sanfter Übergang

26.01.2016 | 17:16 Uhr
Seltene Exklusivlage und ein sanfter Übergang
Engagiert für die Gesamtschule Hamminkeln: Lehrerin Claudia Korthauer und Schulleiterin Anette Schmücker.Foto: Erwin Pottgiesser

Wesel.   In drei Jahren wird die Hamminkelner Gesamtschule die einzige weiterführende Schule im Stadtgebiet sein. Vermittelt werden hier nicht nur fachliche, sondern auch persönliche und soziale Kompetenzen.

„Es ist unglaublich spannend, eine Schule ganz neu aufzubauen“, sagt Anette Schmücker. Die 55-Jährige ist Gründungsschulleiterin der Hamminkelner Gesamtschule, die jetzt im dritten Schuljahr am Start ist. Die Jahrgänge fünf bis sieben werden aktuell hier an der Rathausstraße unterrichtet – noch gibt es im Hamminkelner Stadtgebiet eine Real- und eine Hauptschule, aber nicht mehr lange.

In drei Jahren wird die Gesamtschule die einzige weiterführende Schule am Ort sein. „Eine solche Exklusivlage ist eher selten“, berichtet Lehrerin Claudia Korthauer. Die 42-Jährige war zuvor an der Hauptschule tätig und sieht ganz viele Vorteile in der Gesamtschule. Konkret sagt sie: „Es gibt eine Sogwirkung: Klassische Hauptschüler werden von gymnasialen Schülern mitgezogen.“

Schüler als Hilfslehrer

Doch auch der stärkere Schüler profitiere davon, berichtet die Lehrerin weiter: „Manchen Schüler mache ich so zum Hilfslehrer.“ Sie sieht das auch für die außerschulische Entwicklung der Heranwachsenden von Vorteil: „Die Kinder respektieren die Schwächen anderer.“ Grundsätzlich gelte: Gemeinsames Lernen bedeute auch gemeinsam voreinander zu profitieren.

Ergänzend dazu weist Schulleiterin Schmücker auf einen Leitgedanken hin: „Wir vermitteln ja nicht nur Fach- und Sachkompetenzen sondern auch personale und soziale Kompetenzen.“ Man ermuntere die Schüler beispielsweise, sich selber zu engagieren.

Schulsozialarbeiter unterstützen die Klassenleitungen dabei, die Klassengemeinschaft und das gemeinsame Lernen zu fördern.

Unter anderem begleiten die Sozialarbeiter die Klassen zu Beginn der Jahrgangsstufe sechs auf eine Klassenfahrt nach Meppen oder Lingen. Eine enge und transparente Zusammenarbeit mit den Eltern sei ebenso wichtig, betont Korthauer, die gleich lobend ergänzt: „Wir haben hier überaus engagierte Eltern“.

Talentshow am Schuljahrsende

Und wer sich von den Hamminkelnern Gesamtschülern besonders engagiert und etwas vorzuzeigen hat, kommt am Ende eines Schuljahres bei einer Talentshow ganz groß raus: Ob Tanz oder Jonglage – die Mädchen und Jungen, sollen damit animiert werden, sich zu trauen, etwas vor Publikum vorzuführen.

„Wir betrachten es als unsere wichtigste Aufgabe, unsere Schüler ihren Begabungen und Neigungen gemäß zu fördern und zu fordern, damit sie den für sie bestmöglichen Schulabschluss erreichen können“, erklärt Anette Schmücker.

Die Gesamtschule Hamminkeln besuchen aktuell 560 Schüler. Foto: Erwin Pottgiesser

Auch in anderer Hinsicht blicken die Hamminkelner Gesamtschule-Lehrer über die reine Wissensvermittlung hinaus: Die Schule sieht sich nicht nur als Schule für die Kinder aus dem Stadtgebiet, sondern auch als Teil des Gemeinwesens.

Deshalb gibt es unter anderem enge Kooperationen mit kulturellen und sozialen Einrichtungen, Sportvereinen, Betrieben und Firmen.

Als ein Beispiel nennt Korthauer ein außerschulisches Projekt, bei dem die Mädchen und Jungen des fünften Jahrgangs mit der ehemaligen Leiterin der Hamminkelner Hauptschule und Märchenerzählerin, Anneliesel Frädrich, in eine Märchenwelt abtauchen können.

Feuerwehr-AG und Junge Oper

Im musikalischen Bereich arbeitet die Gesamtschule mit der Jungen Oper Detmold zusammen, was nicht Schülern sondern auch einigen Lehren riesigen Spaß macht. Die Feuerwehr- und Erste-Hilfe-AG findet ebenso großen Anklang wie Schulband und Theatergruppe.

„Hier ist Leben drin“, fasst es Korthauer zusammen, die das Konzept des sanftes Übergangs von der vierten Klasse auf die Gesamtschule nicht unerwähnt lassen möchte.

Schulsozialbeiter helfen den neuen Fünftklässlern in den ersten Monaten dabei, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden.

Ziel ist es grundsätzlich, den Schülern möglichst vielfältige Lernmöglichkeiten zu bieten und sie qualifiziert auf die Anforderungen in Ausbildung und Studium sowie auf ihre Rolle als mündige Bürger vorzubereiten.

Bewährtes wird aufgegriffen

Auch wenn es bald keine Realschule und Hauptschule in Hamminkeln mehr geben wird, bleibt etwas erhalten, wie Anette Schmücker ausführt: „Wir greifen Bewährtes von den bisherigen Schulen auf – so werden wir den Berufemarkt der Realschule künftig übernehmen.“

Johannes Kruck

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2016-01-26 17:16
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