Seine fünf Lämmer sind Mädchen

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi

Hünxe..  Wenn Gerd Stratenwerth mit seinem weißen Plastikeimer rappelt, kommen sie angerannt, die neun Schafe des Hobbyzüchters vom Binnenbruchweg 13 am Hünxer Dorfrand. Sie freuen sich auf das alte, getrocknete Brot, es ist ihre Lieblingsknabberei. Zurzeit sind es fünf Lämmer und vier Muttertiere, eine Mischung aus Schwarzkopf und Milchschaf, die Gerd Stratenwerth auf seinem Hof hält, „auch um die Wiese effektiv kurz zu halten“. Ende Januar wurden die fünf Lämmer geboren. „Alles Mädchen, aber sie vertragen sich“, weiß der 53-jährige Angestellte bei der Kreisverwaltung in Wesel.

Seit 1975 betreibt er das Hobby. „Als meine Eltern hier hinzogen, hatten die Binnenbrücker noch Pferde laufen. Bei uns gab es Ponys und Schafe auf einer kleinen Wiese“, blickt Stratenwerth zurück. Um die zehn Schafe habe er immer in der Menge, „die Böcke werden meist nach einem Jahr verkauft, die Muttertiere bleiben fünf bis sieben Jahre“. Zwei davon haben jetzt zum vierten Mal Junge bekommen. In der Regel bestehe ein Wurf aus ein bis zwei Lämmern. „Ich hatte schon einmal vier auf einen Wurf. Eins ist leider nach der Geburt gestorben“, erklärt Nachbar Ewald Brefort, der einige Schafe hält und sogar ein schwarzes darunter hat.

Ein Bock werde auch manchmal ausgeliehen, jüngst habe er einen von Heinz-Wilhelm Neuhaus (Hünxes Gemeindebrandmeister) auf seiner Wiese gehabt, sagt Gerd Stratenwerth.

Ein Lamm büxte aus

Im Winter füttere er seinen Schafen morgens und abends Heu zu, im Sommer gebe es Pressfutter. Seit einigen Wochen schon stellten ihm unbekannte Leute einen Eimer mit getrocknetem Brot vor die Tür. „Das mögen meine Schafe besonders gern.“ Namen habe er ihnen noch nie gegeben, „aber mein Bruder Klaus hat mal ein Lämmchen mit der Flasche groß gezogen“. Erst letzte Woche sei ihm eins ausgebüxt, sagt Gerd Stratenwerth. Eine Spaziergängerin habe es gesehen und mit Hilfe von Nachbar Ewald Brefort eingefangen und zurückgejagt. Mit ein paar Schubkarren Erde habe er am nächsten Tag die Mulde unter dem Zaun wieder zugeschüttet. Oft kämen auch Eltern mit Kindern zur Wiese, „um Schafe zu gucken. Lämmer sind immer ein Ereignis“, weiß Stratenwerth. Hundehalter seien in der Regel kein Problem. „Meine Schafe kennen Hund und Herrchen und haben keine Angst.“

Einmal im Jahr kommt ein Schafscherer aus Kleve auch zu Gerd Stratenwerth auf den Hof. „Der erzählt gerne Geschichten und fährt die Leute mit Schafhaltung in der Gemeinde ab“, sagt Stratenwerth, dessen Vater Herbert noch Wolle gesponnen hat. Das Spinnrad im Wohnzimmer ist ein Erinnerungsstück. „Die Socken waren zwar ein bisschen grob, aber sie haben gewärmt.“

Jetzt freut sich Gerd Stratenwerth auf die kommenden Wochen. „Wenn das Wetter schön ist, toben die Lämmer draußen herum und spielen Fangen. Ein schöner Anblick für Spaziergänger.“