Schwiegersohn übernimmt das Ruder
30.06.2009 | 19:25 Uhr 2009-06-30T19:25:00+0200
Hartwig Teßmer handelt nicht nur aus familiärer Verantwortung, sondern weil er an das Unternehmen Schlusemann glaubt.
Die gute Nachricht, dass die Weseler Traditionsfirma Elektro Schlusemann bleibt (die NRZ berichtete) wurde durch den vorläufigen Insolvenzverwalter Lothar Venn aus Hamminkeln gestern konkretisiert. Zum 1. Juli startet das mittelständische Unternehmen am Schornacker neu – unter der Leitung von Hartwig Teßmer. Der 57-jährige ist Schwiegersohn Wilhelm Schlusemanns, der den 1945 gegründeten Betrieb seit über 30 Jahren in zweiter Generation geführt hat.
Von den 32 gewerblichen und sieben kaufmännischen Mitarbeitern hätten sich, nachdem Ende Mai der Insolvenzantrag gestellt wurde, sieben einen neuen Arbeitsplatz gesucht, so der neue Geschäftsführer, der auch Gesellschafter ist. Die übrigen bleiben. Er sehe es als eine wichtige Aufgabe, für Arbeitsplatzsicherheit zu sorgen.
Die nun gefundene Lösung resultiert nicht nur aus familiärer Verantwortung. Der Betriebswirt, in Berlin geboren, in Wesel aufgewachsen, hat 32 Jahre lang in führender Position bei einer großen Versicherung für die Optimierung von Arbeitsabläufen und Controlling gesorgt und wollte sich ohnehin neuen Aufgaben zuwenden. Genau dies sei der Ansatzpunkt: „Organisatorische und Kalkulationsfehler” führten trotz voller Auftragsbücher in die schwierige Situation, da besteht Nachholbedarf. In Sachen Fachwissen könne er sich auf die Mitarbeiter verlassen, sagt Teßmer, der sich auch im Reiterverein und als Vater zweier kleiner Kinder im Kindergarten engagiert. Der 62-jährige Wilhelm Schlusemann werde im Betrieb neue Aufgaben übernehmen.
Weil in der Firmenkrise rechtzeitig gehandelt wurde, so Venn, erfolge ein reibungsloser Übergang zur neuen Elektrotechnik Schlusemann GmbH, wie das Unternehmen nun heißt. Aufträge etwa des Bauvereins, des Marien-Hospitals und anderer Krankenhäuser würden nahtlos weiter erfüllt. Die Mitarbeiter seien motiviert, die gute Arbeit werde gelobt. Die ortsansässigen Kreditinstitute hätten die Lösung konstruktiv begleitet.
Wenn die Neuorganisation greift, will sich die Firma verstärkt neuer Bereiche wie Solartechnik oder Erdwärme-Technologie annehmen.
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