Schulpolitik nur mit den Eltern
25.08.2009 | 20:00 Uhr 2009-08-25T20:00:00+0200
Hamminkeln. Sie sparte nicht mit Kritik an der Bildungspolitik der schwarz-gelben Landesregierung. Kein Wunder, schließlich war Ute Schäfer bis 2005 Schulministerin in Nordrhein-Westfalen. Jetzt war die Sozialdemokratin beim SPD-Stadtverband zu Gast.
Ihr Thema: Welche Möglichkeiten gibt es in der Stadt Hamminkeln eine Schulform zu einzurichten,die die Hochschulreife anbietet? Konkrete Schritte nannte die schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion zwar nicht, doch sie empfahl den Zuhörern und der örtlichen SPD ganz eindringlich, sich vor einer Entscheidung Sachverstand von außen einzukaufen. Und – ganz wichtig – die Eltern zu befragen. Zukunftsfest und bedarfsgerecht sind für die Referentin die elementaren Prinzipien für die Gestaltung der Schulsituation vor Ort. Außerdem hält Ute Schäfer Kooperation für das Gebot der Stunde. „Man muss überlegen, wie die Schulentwicklungsplanung aussehen sollte, sich dabei an Qualität orientieren und mit den Nachbarkommunen abstimmen”, lautete ihr Vorschlag. Es lohne sich, dafür „Sachverstand einzukaufen”, so die Referentin, die als Beispiel das Institut für Schulentwicklungsforschung in Dortmund nannte. „Da ist mehr drin als nur die Kooperation mit dem Berufskolleg”, urteilte die SPD-Frau. „Das wäre vielleicht zu kurz gesprungen”.
Handlungskorridor für Kommunen
Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion stellte fest, dass es in Nordrhein-Westfalen gut ausgestattete Hauptschulen gibt, doch es fehlen die Schüler, bedauerte Schäfer, dass diese Entwicklung scheinbar nicht mehr aufzuhalten sei. Dabei könnten Schüler mit einer Hauptschulempfehlung ihr Abitur machen – wenn sie nicht immer in Schubladen sortiert würden, kritisierte die Rednerin das schlechte Image dieser Schulform. Zwar könne man die Situation nicht mit einem „Klick” ändern, dennoch forderte sie einen breiteren Handlungskorridor für die Kommunen.
Dass es Veränderungen in der Schullandschaft geben wird, bestätigte in der Diskussion mit den rund 40 Anwesenden auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Manfred Winter. „Wir sehen, dass die Hauptschulen ausbluten.” Deshalb sei klar, dass es auf Dauer keine zwei Hauptschulen in Hamminkeln geben werde. Einem Schulzentrum, in dem isoliert eine Hauptschule und eine Realschule existierten, erteilte er eine Absage.
Zu Beginn der Veranstaltung hatte Stadtverbandsvorsitzender Bernd Störmer nochmals daran erinnert, dass es Anfang der 90er Jahre in Hamminkeln nicht gelungen sei, ein Schulangebot mit dem Abschluss der Hochschulreife zu sichern. „Wir haben mit der Elterninitiative Gesamtschule vergeblich gekämpft.” Damals sei man an der politischen Mehrheit in Hamminkeln und der Bezirksregierung gescheitert.
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