Schule aus – für immer

Die Schüler gestalten das Programm ihrer kleinen Abschlussfeier weitestgehend selbst.
Die Schüler gestalten das Programm ihrer kleinen Abschlussfeier weitestgehend selbst.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Mit dem Auftakt der Sommerferien endet heute der Schulbetrieb am Brüner-Tor-Platz in Wesel. In den Räumen gegenüber der Feuerwehr entsteht eine Kindertagesstätte.

Wesel..  Es herrscht eine seltsame Stimmung auf dem Hof der Grundschule Am Brüner-Tor-Platz: Bauarbeiter gehen strammen Schrittes über den Platz und rufen einander zu, was als nächstes zu tun ist. Kinder spielen und toben lachend, fast so, als wäre es ein ganz normaler Schultag. Und mittendrin steht Bianca-Maria Schumann, nachdenklich, traurig. „Was das für ein Gefühl ist, muss ich Ihnen ja wohl nicht sagen“, sagt die Lehrerin. Denn für sie, ihre Kolleginnen und die 54 Kinder der Brüner-Tor-Schule heißt es nun endgültig Abschied nehmen. Die Schule schließt, in dem Gebäude gegenüber der Feuerwache entsteht eine neue Awo-Kindertagesstätte.

Während hinter provisorisch aufgestellten Holzwänden die Vorbereitungen für den im Herbst startenden Kita-Betrieb in vollem Gange sind, nehmen sich die Kinder der Schule gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und einigen Eltern an diesem Donnerstagvormittag die Zeit, um gemeinsam Abschied zu nehmen. Zwar geht es betont fröhlich zu bei der Feier, zu der sich alle nach der großen Pause im Mehrzweckraum versammeln. Wehmut und Traurigkeit schwingen aber natürlich dennoch mit.

„Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass es diese Schule jetzt nicht mehr gibt“, sagt Sonia Azrak, deren Sohn Ilyias die vierte Klasse besucht. „Ja, das ist wirklich traurig“, stimmt auch Mutter Bettina Schulz zu. „Ich war in der Schulpflegschaft und habe natürlich viel von der Debatte rund um Schließung oder Erhalt der Schule mitbekommen. Wir sind alle ganz traurig, dass es nun vorbei ist.“

Die Schule zu schließen, war die falsche Entscheidung, ist Lehrerin Bianca-Maria Schumann überzeugt. „Die Politik hat etwas Gutes kaputt gemacht“, findet sie. „Die Entscheider hätten auf Inhalte achten sollen und nicht nur darauf, ob das Gebäude alt ist.“

Die Kinder der zwei vierten Klassen gehen nach den Sommerferien auf weiterführende Schulen, die Schüler der dritten Klasse beginnen ihr viertes Schuljahr in der Innenstadt-Grundschule. „Das wird für sie eine ganz schöne Umstellung, plötzlich eine Schule mit mehr als 400 Kindern zu besuchen“, ist Sonia Azrak überzeugt.